Rascheids Dorfscheune ist im Frühjahr fertig

Rascheid · Der Bau der Dorf- und Kulturscheune ist mit einer Investition von 450 000 Euro das größte Vorhaben, das die Gemeinde Rascheid in den vergangenen 30 Jahren angepackt hat. Die Eröffnung ist für Mai oder Juni geplant.

Rascheid. Sie ist das Multifunktionsgebäude schlechthin. Mit Gemeindearchiv, Vereinslager, Ortsbürgermeisterbüro, Gemeindearbeiter-Werkstatt und Werkraum für alle Generationen. Außerdem können Saar-Hunsrück-Steig-Wanderer die von außen zugänglichen, barrierefreien Toiletten der Dorf- und Kulturscheune nutzen. Die Königsfeld-Traumschleife des Premium-Wanderweges führt mitten durch den Ort.
Einschließlich der Außenanlagen sowie eines ursprünglich nicht geplanten Schuppens für den Gemeindetraktor wird das Projekt 450 000 Euro kosten. 150 000 Euro davon fließen aus dem Leader-Programm der EU. Damit sollen die dörfliche und touristische Infrastruktur sowie das Miteinander der Generationen gestärkt werden. Den Rest muss Rascheid, bis auf 50 000 Euro im Sparstrumpf, über einen Kredit finanzieren.
Damit die Kosten im Rahmen bleiben, sind derzeit im Wohntrakt des zweigeschossigen Gebäudes ehrenamtliche Verputzer und Maler im Einsatz. Statt ein Unternehmen damit zu beauftragen, erklärte sich der Gemeinderat geschlossen bereit, mitanzupacken.
Immerhin ist das von dem Bekonder Architekten Hans Müller geplante Haus für die Gemeinde das größte Bauprojekt der jüngsten drei Jahrzehnte. Die im Frühjahr 2013 begonnenen Arbeiten werden bald abgeschlossen sein. Doch mit den bisher geleisteten Abschlagszahlungen, so Gemeindechef Andreas Ludwig, sei bereits ein großer Teil der Arbeiten bezahlt.
Die für das Zimmermannsdorf Rascheid typische Holzbauweise mit den Schieferverblendungen gefällt im Dorf. Zumal der Baustil mit Wohn- und Scheunentrakt dem für den Neubau abgerissenen Haus Nonninger nachempfunden ist. Mit dem Büro von Ludwig und den bisher privat bei Dorfchronist Gerhard Ludwig aufbewahrten Büchern ziehen zudem wichtige Anlaufstellen ein. Die Dorf- und Kulturscheune soll für vieles dienen, aber keinesfalls mit dem privaten Gastwirt konkurieren. urs