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Raser auf der Umleitung nerven Freudenburger

Raser auf der Umleitung nerven Freudenburger

Anwohner des Freudenburger Viezwegs, der inoffiziellen Umleitung für die gesperrte Freudenburger Ortsdurchfahrt, sind es leid. Sie kritisieren, dass auf dem nicht-asphaltierten Wirtschaftsweg gerast wird und dass es staubt wie wild. Jede Menge LKW würden die Strecke nutzen. Bürgermeister Jürgen Dixius hat Lösungsvorschläge gemacht.

Freudenburg. In Freudenburg gibt es mal wieder Ärger wegen des Verkehrs. Zunächst war es die über ein Jahr andauernde Sperrung der Ortsdurchfahrt ohne innerörtliche Umleitung, die insbesondere die Geschäftsleute des Orts auf die Palme brachte. Denn die Kunden bleiben weg (TV vom 19. Februar).
Zwei Wirtschaftswege wurden daraufhin als inoffizielle Umleitungen hergerichtet, einer davon ist der sogenannte Viezweg. Nun ist er Stein des Anstoßes - zumal in der Ortsdurchfahrt noch ein Jahr lang gebaut wird (siehe Extra), obwohl die Arbeiten ursprünglich in diesem Monat abgeschlossen werden sollten. Jörg Mayer, der mit seiner Familie ein Stück oberhalb des Viezwegs wohnt, schimpft: "So kann es nicht bleiben, uns staubt hier alles zu." Die Kinder könnten in ihrem und den Nachbarsgärten nicht mehr spielen. Der rote Staub setze sich an der Hausfront ab und färbe Gehölze sowie das Putzwasser vom Hausputz rot. Mayers Nachbar Helmut Permesang, dessen Haus direkt neben dem Viezweg steht, ergänzt: "Das ist ein unzumutbarer Zustand. Auch die Wäsche kann man nicht mehr raushängen." Die beiden Männer monieren, dass die Fahrer zu schnell auf dem nicht-asphaltierten Weg unterwegs seien. Ein Auto sei schon in der Böschung gelandet. Sie kritisieren aber auch, dass jede Menge LKW-Fahrer den Viezweg nutzten. 30 bis 40 Stück seien pro Tag gesichtet worden. Permesang: "Der ganze Bauaushub aus der Ortsdurchfahrt ist über den Viezweg gekarrt worden." Der Weg, der für Laster nicht geeignet sei, sei auch schon zwei Mal repariert worden.
Da Mayer und Permesang beim Ortsbürgermeister keine Unterstützung gefunden haben, haben sie sich mit weiteren drei Familien per Brief an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Jürgen Dixius, gewandt. Immerhin sitzen die VG-Werke wegen der Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen in der Ortsdurchfahrt mit im Boot. Daraufhin hat Dixius die Betroffenen zusammen mit Freudenburgs Ortsbürgermeister Bernd Gödert zum Gespräch eingeladen. Das einvernehmliche Ergebnis: Die Gemeinde hat bereits Schilder mit dem Appell aufgestellt, wegen der Staubentwicklung langsam zu fahren. Außerdem soll grober Schotter, der in regelmäßigen Abständen aufgebracht wird, die Raser ausbremsen. Zudem soll geprüft werden, ob eine Sprinkleranlage zur Verfügung steht. Für den Fall, dass all das nicht hilft, wird erwogen, die Nutzung des Viezwegs nicht mehr zu dulden. Der Feldweg ist eigentlich nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Mayer sagt: "Wenn LKW- und Rennfahrer gebremst werden, dann ist uns schon geholfen."Extra

Anwohner haben vorgeschlagen, den Viezweg zu asphaltieren und damit eine dauerhafte Umleitung für die Ortsdurchfahrt zu schaffen, die auch bei Festen oder im Brandfall genutzt werden könnte. In der Diskussion vor Ort wurde dies als zu teuer abgelehnt. Ganz grob schätzt Winfried Schmitt vom Landesbetrieb Mobilität Trier die Kosten für eine Asphaltierung auf 80 000 bis 100 000 Euro. Schmitt weist daraufhin, dass es mit der Asphaltdecke alleine nicht getan sei, sondern dass auch der Unterbau des Wegs sowie die Bankette, also die Seitenflächen hergestellt werden müssten. Schmitt: "Die Kosten für die Asphaltierung des Viezwegs stehen in keinem Verhältnis zur Nutzung des Feldwegs." 36 000 Euro wurden bereits in die Ertüchtigung der beiden inoffiziellen Umleitungen Viezweg und den Wirtschaftsweg Im Herker investiert. Schmitt sagt: "Bisher läuft die Umleitung über den Wirtschaftsweg Im Herker ohne große Probleme". Allerdings ist der Wirtschaftsweg eng und Begegnungsverkehr schwierig. Mindestens einmal musste die saarländische Polizei nach TV-Informationen schon wegen Auseinandersetzungen anrücken. maiExtra

Seit September 2014 wird an der Freudenburger Ortsdurchfahrt L 131 gearbeitet. Ursprünglich sollten die Arbeiten, die kombiniert sind mit der Erneuerung von Wasser-, Abwasser-, Telekom- und Stromleitungen, im Juli 2016 abgeschlossen werden. Doch derzeit wird erst am vorletzten Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt gearbeitet. Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) wird dieser im September 2016 fertiggestellt. Die Arbeiten am letzten Abschnitt ließen sich nicht beschleunigen, heißt es. Bei einem normalem Winter sei die Ortsdurchfahrt im Juni/Juli 2017 fertig. Zu dem Jahr Verspätung sagt Winfried Schmitt vom LBM: "Die Leitungen im Untergrund stellen sich beim Freilegen oft anders dar, als man es im Vorfeld erwartet hat." Wegen der Auftragserweiterungen im Tiefbau bei den Ver- und Entsorgungsunternehmen wie RWE, Telekom und VG-Werke und weil diese Gewerke auch ineinandergriffen, sei eine längere Gesamtbauzeit erforderlich geworden. mai