Rat setzt auf Öko-Heizung für Karthaus

Rat setzt auf Öko-Heizung für Karthaus

Konz-Karthaus bekommt sehr wahrscheinlich eine Holzhackschnitzel-Heizung für seine öffentlichen Gebäude. Bei der heutigen Stadtratssitzung wollen die Lokalpolitiker dafür den Weg ebnen.

Konz. Die Stadt Konz will ein Nahwärmenetz für den Stadtteil Karthaus bauen. Davon sollen die Grundschule St. Johann, das Kloster, die Klosterkirche, die neue Sporthalle, die Kindertagesstätte sowie das Altenheim profitieren. Diese öffentlichen Gebäude sollen künftig mit Hilfe einer Holzhackschnitzel-Anlage beheizt werden. Bei einer solchen Heizung werden Hackschnitzel in einem Kessel verbrannt, um das Wasser für eine Zentralheizung zu erhitzen.

Das ist im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen umweltfreundlich. Holz wächst im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen nach. Zudem ist eine solche Anlage laut Stadtverwaltung mit Blick auf den steigenden Ölpreis kostengünstiger.

Neben Hermeskeil und Zerf wäre die Stadt Konz die dritte Kommune im Kreis Trier-Saarburg, die sich eine Holzhackschnitzel-Heizung anschafft. In Hermeskeil sind die jahrelangen Erfahrungen am Schulzentrum so positiv, dass dieses Jahr das Nahwärmenetz auf die Hochwaldhalle, das Schwimmbad und das Rathaus ausgedehnt wurde (der TV berichtete). Bei der heutigen Stadtratssitzung ist auch für das Konzer Nahwärmeprojekt eine große Mehrheit zu erwarten. Eine TV-Umfrage bei den Fraktionsvorsitzenden ergab, dass sie alle eine Holzhackschnitzel-Heizung für sinnvoll halten. Sie nennen ähnliche Argumente: Einerseits sei eine solche Anlage umweltfreundlich. Andererseits kämen die Heizmittel aus der Region, die Wertschöpfungskette bleibe so vor Ort. Zudem rechnen die Fraktionsvorsitzenden mit Fördergeld vom Landesumweltministerium. Wenn die Stadt noch in diesem Jahr den Grundstein für die neue Heizung legt, hoffen sie auf einen Zuschuss aus dem Konjunkturpaket II - auf bis zu 80 Prozent von der Gesamtsumme. Die Gesamtkosten für das Nahwärmenetz stehen allerdings noch nicht fest.

"Eine Förderung der Holzhackschnitzel-Anlage in Konz ist möglich und wird fachlich befürwortet. Die Entscheidung steht aber noch aus", sagt Ministeriumssprecherin Tanja Girke. Das Besondere in Konz ist, dass mit der Holzhackschnitzelheizung öffentliche Gebäude von mehreren Trägern beheizt werden sollen. Das ist einmalig im Kreis Trier-Saarburg. Die Schule, der Kindergarten, das Kloster und die Sporthalle gehören der Stadt, die Klosterkirche dem Bistum und das Altenheim dem Kreis, der es an das Deutsche Rote Kreuz verpachtet hat.

Die Kreisverwaltung signalisiert ihre Unterstützung. Ausschlaggebend sei, dass der Preis für die Wärme aus der Holzhackschnitzel-Heizung die derzeitigen Energiekosten nicht übersteige. Auch das Bistum hat laut Stadtverwaltung Interesse bekundet.

Meinung

Konz geht in die richtige Richtung

Alle Fraktionen im Konzer Stadtrat unterstützen die Einrichtung eines Nahwärmenetzes. Das zeigt, dass ökologisches Denken nicht nur im Zentrum der Gesellschaft, sondern auch in den Köpfen der Kommunalpolitiker angekommen ist. Das ist gut so. Denn die Zukunft birgt energiepolitische Herausforderungen, denen sich die Stadt Konz stellen muss. Eine HolzhackschnitzelHeizung ist der richtige Anfang. Denn mit Rohstoffen aus der Region zu heizen, birgt viele Vorteile. Das zeigen die Beispiele in anderen Kommunen. c.kremer@volksfreund.de

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