Rathaus-Bäume ziehen um

Ausgraben, huckepack nehmen, wegfahren, einpflanzen: So einfach kann ein Baum vom Platz am Rathaus in den Höhenstadtteil Roscheid verpflanzt werden. Insgesamt neun Bäume sollen umziehen; vor wenigen Tagen war bereits eine Eiche auf "Wanderschaft".

Konz. (api) Da wird ein Baum durch die Gegend kutschiert: Manch einem Autofahrer, der in den vergangenen Tagen durch Konz gefahren ist, mag ein LKW mit besonderer Fracht aufgefallen sein. Denn mit einer speziellen Baumverpflanzungsaktion sind im Rahmen der Baumaßnahme "Am Markt" insgesamt neun Platanen vom Rathaus-Bereich auf den Höhenstadtteil Roscheid umgezogen. Eine von ihnen ist die Platane auf dem großen Platz, in der Nähe der Außengastronomie vom Rathauskeller. Spezielle Krallen graben sich in den dichten Untergrund, greifen den Wurzelballen rundherum und hieven ihn dann schließlich "huckepack". Was bleibt, ist ein sauber ausgehobenes Loch.

Nach der Umzugsfahrt zum geplanten Boule-Platz in Konz-Roscheid wird der Baum dann komplett und passgenau in das Loch mit etwa 2,5 Meter Durchmesser verpflanzt, das die Maschine zuvor ausgehoben hatte.

Eine ähnliche Prozedur geschah Ende vergangener Woche. Die Spezialfirma aus dem bayerischen Heideck hatte nach Absprache mit dem städtischen Werkhof wieder einen Zwischenstopp in Konz gemacht, um eine Eiche in der Nähe des Roscheider Kunstwerks "Ährenfeld" (im Volksmund auch als "Mikado-Stäbe" bekannt) auf den Kreisel am Freilichtmuseum Roscheider Hof zu verpflanzen. Dort soll der etwa 40 Jahre alte Baum nach Vorstellung von Werkhofleiter Friedrich Otte als "Stammbaum für das Neubaugebiet" dienen.

Die Umpflanzaktionen der Platanen und der Eiche haben nach Angaben von Herbert Porlein von der Spezialfirma Opitz rund 17 200 Euro gekostet.

Die Bauarbeiten "Am Markt" gehen derweil weiter. Das Pflaster der Straße, der Gehwege und der Parkboxen wird erneuert. Außerdem wird die Spiel- und Kommunikationsfläche neben dem Brunnen mit einem dauerelastischen Belag ausgelegt, und das linke Verwaltungsgebäude erhält einen barrierefreien Zugang. Das Rathaus und die Sparkasse bleiben über Provisorien für Fußgänger erreichbar.

Bis zum Heimat- und Weinfest am 17. Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.