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Ratsfraktionen machen Vorschläge für möglichen neuen Kita-Standort in Hermeskeil

Zu wenig Betreuungsplätze in Hermeskeil : Ratsfraktionen machen Vorschläge für möglichen neuen Kita-Standort

In den drei Hermeskeiler Kitas wird es ab August für 31 Kinder keinen Betreuungsplatz geben. Im Stadtrat war man sich einig, dass für die Planung eines möglichen Kita-Neubaus noch wichtige Fakten fehlen. Dennoch brachten die Fraktionen schon mögliche, teils überraschende Standorte ins Spiel.

Das Problem ist seit Ende 2019 bekannt: Die drei Kindertagesstätten in Hermeskeil haben absehbar nicht mehr genug Betreuungsplätze, um alle Kinder mit Bedarf aufzunehmen. Eine Lösung könnte der Bau einer neuen Kita sein. Dafür hatte der Stadtrat zuletzt einen Standort im Baugebiet Auf der Pferch ins Auge gefasst.

In der jüngsten Sitzung des Gremiums kamen überraschend weitere Vorschläge auf den Tisch. Es gab jedoch auch Einigkeit darüber, dass zunächst ein Gesamtkonzept zur Zukunft der Hermeskeiler Kitas erarbeitet werden müsse.

Laut dem ersten Beigeordneten René Treitz (SPD) ist das Baugebiet Auf der Pferch, das erweitert werden soll, für einen Kita-Neubau weniger geeignet als gedacht. „Das Gefälle ist hoch. Es wären jede Menge Erdarbeiten nötig, um überhaupt ein Grundstück für einen Kita-Neubau herzurichten“, sagte Treitz. Das bedeute einen großen finanziellen Aufwand. Stadtbürgermeisterin Lena Weber (SPD) teilte mit, dass die SPD-Fraktion inzwischen ein Gelände unterhalb des Schulzentrums am Labachweg als Alternative vorgeschlagen habe.

Berthold Grenz (FWG) brachte einen Platz neben der Integrierten Gesamtschule (IGS) ins Spiel, der städtisches Eigentum sei. Hagen Wiehle (Bürger für Bürger) nannte den St.-Fargeau-Park, der jedoch laut Weber derzeit „nicht beplanbar“ ist. Es bestehe noch ein städtebaulicher Vertrag zu einer dort geplanten Privatklinik, aus dem die Stadt „nicht so leicht herauskomme“.

Sigurd Hein (SPD) erklärte, für ihn persönlich sei der Klostergarten „immer noch der beste Standort“. Allerdings könne die Stadt wohl nicht mit dem Investor finanziell konkurrieren, der auf dem Areal ein Senioren-Wohnprojekt bauen will. Das Problem sah auch die Stadtchefin. Am Rande erklärte sie, dass für die im März ausgefallene Infoversammlung zum Klosterprojekt derzeit ein neuer Termin gesucht werde.

Stefan Ding und Bernhard Kronenberger (beide CDU) vermissten Zahlen und Fakten, um eine Bewertung geeigneter Standorte für einen Kita-Neubau vornehmen zu können. „Wir müssten wissen, wie groß die neue Kita überhaupt sein soll? Daraus ergibt sich der Platzbedarf“, sagte Ding. Dafür brauche es Zahlen dazu, wie viele Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren in nächster Zeit in den Kitas betreut werden müssten. Zudem sei zu prüfen, ob die sanierungsbedürftige Kita Adolph Kolping nicht doch instandgesetzt oder erweitert werden könne. „Ich sehe auch den Handlungsdruck“, sagte Ding. „Aber es geht darum, bedarfsgerechte Angebote zu schaffen.“

Laut Stadtchefin sollen diese Dinge am 30. Juni mit Fachleuten des Kreisjugendamts in Hermeskeil besprochen werden. Vorrangig gehe es um die Einrichtung einer Notgruppe im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, um die 31 Kinder, für die es ab August keinen regulären Betreuungsplatz gibt, zu versorgen. Man werde aber auch die drei Einrichtungen besuchen und erörtern, ob sich dort die Vorgaben des neuen „Gute-Kita-Gesetzes“ für eine siebenstündige Betreuung überhaupt umsetzen ließen. Falls nicht, müsse die Zahl der Plätze in den drei Kitas unter Umständen reduziert werden – was ein entscheidendes Argument für einen Kita-Neubau wäre.

Hartmut Heck, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, bestätigte, dass für ein Gesamtkonzept viele „harte und weiche Faktoren“ einzubeziehen seien. Angesichts der Kinderzahlen stehe aber fest, dass über die aktuell 275 Betreuungsplätze in Hermeskeil hinaus ein weiterer Bedarf von 55 Plätzen bestehe. Bezüglich der Idee, am Labachweg eine neue Kita zu bauen, verwies Heck auf Pläne des Kreises Trier-Saarburg. Dieser strebe seit Jahren an, den IGS-Sportplatz in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Bislang sei dies an rechtlichen Konflikten mit Anwohnern gescheitert. Würde der Kunstrasenplatz an anderer Stelle realisiert, eröffne sich am Labach „eine neue Perspektive“.

René Treitz appellierte an alle Ratsfraktionen „bei dem Thema am Ball zu bleiben“. Nach dem 30. Juni seien die Rahmenbedingungen sicher klarer.