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Ratssitzung in Naurath: Geld für Traumschleife und Ja zu Bienen

Ratssitzung in Naurath: Geld für Traumschleife und Ja zu Bienen

Die Gemeinde Naurath/Wald steht trotz hoher Investitionen gut da. Dennoch kann ein Wunsch nicht erfüllt werden.

Die Haushaltsberatung musste warten. Bevor die Naurather Ratsmitglieder in die Tagesordnung einstiegen, ging es um die vom Bistum geplanten Großpfarreien. Demnach müssten sich die Katholiken des Ortes, wie Breit eine Filiale von Büdlich, künftig an Schweich orientieren - ebenso wie Heidenburg. Die restliche Verbandsgemeinde Thalfang soll mit der Pfarrei Sankt Franziskus Hermeskeil verschmelzen. Ortsbeigeordneter Peter Meyer vermutet, dass damit Wünschen im Zuge der Kommunalreform Rechnung getragen werden soll. Dabei habe Naurath "damit gar nichts am Hut", was aber nicht vermittelt worden sei, weil es derzeit kein Pfarrgremium gebe.

Der Ortsgemeinderat springt nun als "Sprachrohr" ein. In einem in Abstimmung mit Ortsbürgermeister Werner Weber und dem Beigeordneten Dirk Nabakowski von Meyer vorab verfassten Brief wird um eine Zuordnung nach Hermeskeil gebeten, was der Rat geschlossen unterstützt.

Danach stellte Kai Rosar von der Verwaltungsgemeindeverwaltung den Doppelhaushalt für 2017 und 2018 vor. Bereits realisiert ist die bessere Breitbandversorgung des Dorfes für 13 600 Euro. Noch auf der Wunschliste stehen zwei Baugrundstücke im Oberdorf. Es gibt zwar private Flächen. Doch die Gemeinde kann derzeit nur ein Grundstück anbieten, wie Weber erklärt. Für den Kauf von Flächen und eines alten Hauses sowie für Vermessung und Bebauungsplanergänzung sind 44 000 Euro eingeplant. Demgegenüber stehen 23 300 Euro Einnahmen aus dem Verkauf von Bauland. Unabhängig davon soll ein Sanierungsgebiet ausgewiesen werden.

Für die Planungskosten von 8000 Euro sind 4800 Euro Zuschuss aus dem Leader-Programm der EU beantragt. Weitere 6000 Euro sind eingeplant für die Renovierung des Jugendraums im Bürgerhaus. Weber lobte ausdrücklich den Einsatz von Jugendlichen, die dort eigenhändig die Fliesen abschlugen. Mit weiteren Arbeiten wird die Gemeinde teils auch Handwerker beauftragen. Für etwa 1000 Euro wird zudem die rege frequentierte Traumschleife Fünf-Täler-Tour erweitert. Das fahrbare Bienenhäuschen eines Bürgers wird vom Rat grundsätzlich befürwortet. Zuständig für die Genehmigung des "Bauvorhabens im Außenbereich" ist laut Weber aber die Kreisverwaltung, in der man das seines Wissens aber ebenfalls positiv sehe.

Mit knapp zwei Millionen Euro Eigenkapital ist die Gemeinde laut Rosar "gut ausgestattet". Vor allem aber nehme sie keine Liquiditätskredite in Anspruch und könne ihre laufenden Verpflichtungen aus ihren Einnahmen bestreiten. Auch die Tilgung der langfristigen Kredite, Ende 2017 voraussichtlich noch 409 335 Euro aus der Erweiterung des Bürgerhauses, ist auf einem guten Weg.

Von Vorteil sind Einnahmen aus dem Wald, der 2016 ein Plus von 31 596 Euro erwirtschaftete, und als Windkraftgemeinde, was jährlich 65 000 Euro einbringt, 2017 sogar 2000 Euro mehr.