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Raus aus den Klamotten, rein ins Vergnügen

Raus aus den Klamotten, rein ins Vergnügen

HERMESKEIL/KELL AM SEE. Die Sonne lacht, der Hochwald schwitzt und lechzt nach Abkühlung: Aus diesem Grund herrscht derzeit vor allem an zwei Stätten Hochbetrieb: In die Freibäder in Hermeskeil und Kell am See strömen täglich tausende Besucher.

Jeden Tag das selbe Spiel: Mit schöner Regelmäßigkeit klettern die Temperaturen über die 30-Grad-Marke. Die große Hitze lässt das schwitzende Volk nur noch auf Sparflamme kochen, sie fegt die Straßen leer und bringt den Betrieb überall zum Erliegen. Überall? Nein, zumindest an zwei Orten im Hochwald brummt selbst unter der sengenden Nachmittagssonne der Bär. Beispielsweise am Montag: Schon der Blick auf den Parkplatz mit auffällig vielen gelben Autokennzeichen verheißt: Das Keller Freibad erlebt einen weiteren Tag mit großem Besucherandrang. Während eine große Gruppe mit fast 60 Jugendlichen aus Münster gerade ihr verspätetes Mittagessen zu sich nimmt, füllt sich die Liegewiese mehr und mehr. Für die meisten gilt bei ihrer Ankunft aber nur eine Devise: Schnell das Handtuch oder die Decke hingelegt, Tasche abgestellt, raus aus den Klamotten und ab ins Wasser. So machen es auch Kevin Hartich aus Kell und seine beiden Schillinger Freunde Philipp Jäger und Marius Wirtz. Vom Wasserpilz zum Sprungturm

Kurz noch ein Abstecher zur Dusche unter den Wasserpilz im Nichtschwimmerbecken und schon geht es die Treppe hinauf zum Schwimmer mit dem Sprungturm. "In den Ferien waren wir bisher jeden Tag da", erzählen sie. Eigentlich überflüssig also die Frage, wie es ihnen im Keller Freibad gefällt. "Hier ist es super", antworten sie, finden dann aber doch noch ein Haar in der Suppe. "Schade ist nur, dass man nicht auf den 5-Meter-Turm darf." Der ist nämlich wegen Baufälligkeit schon seit längerem gersperrt. Auch Mareike Baldes ist seit Ferienbeginn Stammgast im Pool und hat dafür eine simple Erklärung: "Bei so einem Wetter sind doch alle im Schwimmbad. Hier treffe ich meine Freunde. Warum soll ich also daheim bleiben?", sagt das Mädchen aus Zerf. Im Kinderplanschbecken tummeln sich derweil die Kleinen. Das würden auch Sjoerid und Imke Verstappen gerne machen, die unruhig von einem Fuß auf den anderen treten. Bevor es ins kühle Nass geht, müssen ihnen ihre Eltern Frank und Monique aber erst noch die Schwimmflügel überziehen. Erst dann geht's jubelnd und im Laufschritt rein ins Vergnügen. "Das Bad hier ist wirklich schön, und vor allem die Kinder haben viel Spaß. Das ist im Moment sicher besser, als mit dem Auto herumzufahren, um sich Sachen anzuschauen", sagen die Urlaubsgäste aus Holland. Die Schwimmmeister Hans-Jürgen Melchisedech und Eric Lickes achten unterdessen darauf, dass in und am Beckenrand alles in geordneten Bahnen verläuft. "Arbeiten und schlafen", so sehe in den Ferien der typische Tagesablauf für sie aus, berichtet Melchisedech. Und wie viele Besucher sind in dieser Saison schon ins Keller Freibad gekommen. Die Antwort darauf gibt es in der Verbandsgemeinde-Verwaltung. Sie hat bisher rund 28 000 Gäste gezählt, wobei der vorige Mittwoch mit knapp 2000 Leuten der Spitzentag war. Auch im Hermeskeiler Freibad wurde am 19. Juli die Rekordmarke gesetzt. Exakt 1620 Besucher suchten an diesem Tag Abkühlung. Inzwischen - so die Information der dortigen Verwaltung - haben sich in diesem Sommer schon mehr als 25 000 Menschen in den Becken getummelt. Deshalb kann Patrick Duroux, der am Montag mit seinen Kollegen das Treiben beaufsichtigt, auch mit Fug und Recht behupten: "Dieses Jahr haben wir richtig gut Betrieb. Die letzte Saison im alten Bad ist sicher eine der Besseren." Ein gewohntes Bild ist in Hermeskeil vor allem die Warteschlange vor der großen, 110 Meter langen Attraktion im Bad. Denn egal, ob es Tim Zimmer und Marco Woll aus Steinbach im Saarland oder Anna, Sarah und Michelle aus Farschweiler sind. Wenn sie gefragt werden, was ihnen am Hermeskeiler Freibad gefällt, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort: "Natürlich die Wasserrutsche". Etwas andere Interessen haben hingegen Dietmar und Christine Payk, die zu den älteren Semestern unter den Badegästen zählen. "Wir sind fast jeden Tag da und kommen, um hier unsere Bahnen zu ziehen. Das Gute ist hier, dass man herrlich viel Platz zum Schwimmen hat", sagen die Jahreskarten-Inhaber aus Hermeskeil. Deshalb hat für sie die ab 2007 geplante Sanierung des Bades auch einen Wermutstropfen. "Es ist zwar schön, dass es neu gemacht wird. Schade finden wir aber, dass die Becken kleiner werden", bedauert das Ehepaar den Abschied von der 50-Meter-Bahn.