Raybestos schaltet Gang zurück

Die Automobilkrise ist auch im Hunsrück angekommen. Die Firma Raybestos Industrie-Produkte GmbH in Morbach zieht die Notbremse. Das Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet.

Morbach. Die Firma Raybestos Industrie-Produkte in Morbach, die seit diesem Jahr zur Schaeffler-Gruppe in Herzogenaurach gehört, hat vom 1. Dezember an für ein halbes Jahr Kurzarbeit angemeldet. Die Betriebsferien um Weihnachten werden auf den 17. Dezember vorgezogen. An den beiden letzten November-Freitagen wird bereits zuvor zum Abbau von Überstunden nicht produziert. Betroffen sind rund 150 der rund 280 Mitarbeiter. Informationen von der Morbacher Geschäftsleitung gibt es nicht.

Weniger Aufträge, weniger Fahrzeuge werden produziert



Unternehmenssprecherin Gabriele Freitag aus Bühl in Baden-Württemberg bestätigt die TV-Information. "Wir haben zuvor alle Mittel wie etwa Überstunden-Abbau ausgeschöpft", erklärt sie. Raybes tos als Hersteller von Kupplungsbelägen ist vor allem ein Automobilzulieferer-Betrieb. Die Aufträge seien zurückgegangen, weil insgesamt weniger Fahrzeuge produziert werden. "Wir hoffen natürlich, dass sich die Konjunktur wieder erholt", betont die Sprecherin.

Wenn es irgend gehe, wolle man den Personalstand erhalten. Das hoffen auch die Beschäftigten. Die Stimmung sei "gespannt", sagt ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will. Mit der derzeitigen Situation könne man leben. "Aber man weiß ja nie, was noch kommt."

Vom Betriebsrat vor Ort sind keine Informationen zu bekommen. Man verweist auf den Konzernbetriebsrat in Wuppertal.

Autofirmen kündigen Produktions-Stopps an



Bis zum Redaktionsschluss war dort niemand erreichbar. Bei der IG Metall in Trier kennt man die Probleme von Raybes tos. Wie Bilstein in Mandern und Volvo in Konz sei Raybestos als Hersteller von Kupplungsbelägen von der Krise in der Automobilindustrie betroffen, sagt der erste Bevollmächtigte Roland Wölfl. Schließlich haben diverse Autofirmen Produktions-Stopps angekündigt.

Bis zum ersten Quartal werde bei den Automobilfirmen die Produktion um 20 Prozent gedrosselt. Das könne man durch Kurzarbeit "gut abfangen", ist Wölfl überzeugt. Dass das Unternehmen auf das Mittel der Kurzarbeit zurückgreift, hält der IG Metaller für den richtigen Weg. In der Vergangenheit hätten Firmenchefs dies für eine "unternehmerische Bankrott-Erklärung" gehalten. Das habe sich geändert.

Meinung

Keine Überraschung

Die Nachricht aus dem Morbacher Industriegebiet ist keine Überraschung. Wenn die Automobil-Industrie schwächelt, dann kommt auch der Motor bei den Zulieferern ins Stocken. Das gilt für Bilstein in Mandern ebenso wie für Volvo in Konz und eben auch für den Kupplungsbeläge-Hersteller Raybes-tos in Morbach. Und das ist nicht erst seit der Globalisierung so. Da darf sich niemand etwas vormachen. Schwarzmalen hilft dennoch niemandem, aber Schönreden ebenso wenig. Es bleibt für alle Beteiligten zu hoffen, dass sich die Konjunktur schnell wieder erholt. i.rosenschild@volksfreund.de