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Realschule Kell: Schüler dringend gesucht

Realschule Kell: Schüler dringend gesucht

20 Schüler haben sich für das kommende Schuljahr an der Realschule plus in Kell am See angemeldet. Bleibt es künftig bei diesen Zahlen, droht der Einrichtung die Schließung durch das Land. Der Kreis Trier-Saarburg als Schulträger hat deshalb über den geplanten Ausbau in Kell noch einmal nachgedacht. Ob er ihn weiter vorantreibt, darüber berät heute der Kreistag.

Kell am See/Zerf. Der Kreis Trier-Saarburg hat im Sommer 2015 beschlossen, dass die Realschule plus Kell/Zerf nur noch am Standort Kell eine Zukunft hat. Dort soll ein Neubau entstehen, die bestehenden Gebäude sollen saniert werden. Insgesamt will der Kreis dafür fast neun Millionen Euro investieren.
Mit der Konzentration auf Kell erhofft man sich unter anderem, dass sich künftig mehr Kinder aus der benachbarten Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil für Kell entscheiden statt zur Realschule plus nach Thalfang abzuwandern.
Nur 20 neue Schüler angemeldet


Die Anmeldezahlen der Realschule plus Kell/Zerf für das kommende Schuljahr sprechen jedoch eine andere Sprache. Demnach wollen künftig nur 20 neue Fünftklässler die Einrichtung besuchen. Vor sechs Jahren waren es noch 47. Zum Vergleich: Die Realschule plus in Waldrach verzeichnet 38 Anmeldungen fürs kommende Schuljahr, die in Saarburg 93, das Gymnasium in Hermeskeil 92 und die Integrierte Gesamtschule in Hermeskeil 81 (Stand: 21. März).
Diese Entwicklung gibt auch der Kreisverwaltung zu denken und ist Anlass dafür, das geplante Neubauprojekt in Kell noch einmal zu hinterfragen. In der heutigen Kreistagssitzung (17 Uhr, Kreishaus) steht das Thema deshalb auf der Tagesordnung. In der Beschlussvorlage, die zuvor bereits im Bürger-Informationssystem im Internet öffentlich einsehbar war, ist dazu ein Vorschlag formuliert. Demnach empfehlen Schulträger- und Kreisausschuss dem Kreistag, "das europaweite Ausschreibungsverfahren mit integriertem Architektenwettbewerb durchzuführen, um einen attraktiven Schulstandort für eine Realschule plus in Kell am See zu erhalten und um das Schulangebot im Hochwald zu stärken".
Allerdings gibt es eine Einschränkung: Weil unsicher sei, wie sich die Schülerzahlen weiter entwickelten, solle die Auftragsvergabe für die Planungen "möglichst kleinteilig stufenweise erfolgen, so dass das finanzielle Risiko begrenzbar ist". Von den 20 angemeldeten Schülern kommen laut Kreisverwaltung nur vier aus Kell am See oder einem Nachbarort. Zudem besteht nur Einzügigkeit, es gibt also nur eine Klasse für den neuen Jahrgang. Das Landesschulgesetz setzt aber eine Dreizügigkeit für Realschulen plus voraus.
Für Kell hat das Land zwar eine Ausnahme ausgesprochen, aber auch eine einzügige Schule muss insgesamt 180 Schüler vorweisen. Davon wäre die Realschule Kell/Zerf weit entfernt, wenn es ihr in den nächsten Jahren nicht gelingt, wieder mehr Schüler zu gewinnen. Für den Fall droht die Schließung. Schuld an dieser Entwicklung ist laut Kreisverwaltung nicht allein der "relativ schwache" aktuelle Anmeldejahrgang in der VG Kell. Die Schülerzahlen im Hochwald gingen generell zurück - auch wegen zusätzlicher Angebote im Umland wie etwa in Schweich.
Auch gelinge es weiterhin nicht, das vorhandene "Schülerpotenzial" aus der VG Hermeskeil in Kell zu binden. Dafür könne die fehlende "Umsetzungsperspektive" für den Neubau in Kell ein Grund sein, den man nun ausräumen wolle.
Der TV hat beim Bürgermeister der VG Kell am See, Martin Alten, nachgefragt, wie die Schule den Abwärtstrend bei den Anmeldungen aufhalten will. Er sei bei den Ausschuss-Sitzungen dabei gewesen, sagt Alten.
Vorgaben werden nicht erreicht


Dort habe man gemeinsam mit dem Leiter der Realschule plus Kell/Zerf "sehr eindringlich an die Mitglieder appelliert", an den Ausbauplänen für den Standort Kell festzuhalten. Es sei klar, dass man die vom Land vorgegebenen 180 Schüler nicht erreichen könne, wenn die Zahlen nicht wieder nach oben gingen, sagt der VG-Chef. Dies sei jedoch möglich, wenn man die vorhandenen Potenziale in der VG Kell und der VG Hermeskeil addiere.
Um diese Schüler zu gewinnen, müsse die Realschule Kell/Zerf zwingend ihre "Marketingstrategie" verbessern. Sie müsse "einen neuen Schwerpunkt bilden", der die Eltern veranlasse, in dem Angebot "etwas Besonderes" zu sehen. Eine Idee sei die Etablierung einer "Naturpark-Schule" mit dem Schwerpunkt Umweltbildung.
Dazu sind laut Alten bereits Gespräche mit der Geschäftsführung des Naturparks Saar-Hunsrück vereinbart.