Regen-Tropfen von oben und edle Tropfen im Glas

Regen-Tropfen von oben und edle Tropfen im Glas

Böiger Wind, Regenschauer und gefühlte drei bis vier Grad Celsius - die äußeren Bedingungen für das Fest zur Eröffnung der Tourismussaison in den Nitteler Weinbergen waren denkbar schlecht. Trotzdem wagten sich mehr als hundert Besucher auf die teilweise aufgeweichten Pfade zwischen dem Dorf und den Kalkfelsen.

Nittel. "In Machtum auf der anderen Moselseite ist es trocken", sagt der Luxemburger Henri Hengel, Stammgast auf Nitteler Festen, scherzend beim Fest zur Eröffnung der Nitteler Tourismussaison. Es goss in Strömen, als die Saar-Obermosel-Weinkönigin Anne Simon gemeinsam mit ihren Prinzessinnen Kerstin Michels und Natalie Scheer das erste Weinfest im Jahr an der Obermosel eröffnete. Trotzdem hatten sich mehrere Dutzend Besucher pünktlich um 14 Uhr beim Startschild des Nitteler Weinlehrpfads versammelt, um bei einer entspannten Wanderung und unter Leitung der lokalen Winzer den 2009er Wein auszuprobieren.

Zelte und Schirme trotzen dem Regen



Nittels Winzer hatten Zelte und Schirme aufgestellt, um den Gästen einen trockenen Unterschlupf zu bieten. Wer sich für einen Probeschluck zu einem der zwölf Weinstände entlang der Strecke vorgearbeitet hatte, musste seine Bewegungen genau koordinieren. Schließlich sollte niemand auf der Flucht vor den von den Zeltdächern ablaufenden Wasserbächen von dem eigenen Regenschirm getroffen werden. Und mit der freien Hand mussten die Wanderer das Glas halten, das sie quasi als Eintrittskarte für sechs Euro auf die Probierreise mitbekommen hatten.

Wer diese Herausforderung meisterte, hatte einen vergnüglichen Nachmittag, denn auf die gute Stimmung unter den Besuchern hatte das schlechte Wetter keinen Einfluss. Wie zum Beispiel für Albert Kratz aus Mainz: "Wir waren schon öfter in Nittel zu Besuch, aber noch nie zu diesem Fest. Es macht Spaß, und man kann wirklich viele unterschiedliche Weinsorten kennenlernen."

Später wurde das Wetter schließlich etwas besser, und der Regen hatte ein Einsehen mit den Weinliebhabern. Dann kamen noch zahlreiche kurzentschlossene Nitteler auf den Rundgang durch das mittlerweile schlammige Gelände.

Wer jetzt Glück hatte, fand ein Plätzchen auf den Bänken rund um ein kleines, wärmendes Feuer und freute sich mit einem Gläschen leckerem Wein in der Hand über die gute Qualität des 2009er Jahrgangs.