Region Trier bekommt eine Trüffelplantage

Region Trier bekommt eine Trüffelplantage

Erfolgreich Trüffel suchen an der Mosel? Dank zweier Forscher aus Freiburg und eines findigen Försters könnte das bald Realität sein. In einem Waldstück bei Nittel wollen sie im März Trüffel-Eichen pflanzen.

(cmk) Bald soll es in einem Waldstück bei Nittel (Verbandsgemeinde Konz) Trüffel geben. „Der Muschelkalkboden dort ist besonders geeignet“, sagt Ludger Sproll, Forstwissenschaftler an der Universität Freiburg. Er hat zusammen mit seinem Kollegen Ulrich Stobbe eine Methode entwickelt, Stiel-Eichen mit Sprossen des Burgundertrüffels zu impfen. Rund um diese Eichen sollen dann nach etwa sieben Jahren Trüffel wachsen, die abgeerntet werden können.

Auf diese Geschäftsidee ist Revierförster Peter Strupp gekommen. Er will gemeinsam mit den Wissenschaftlern bei Nittel eine 0,6 Hektar große Fläche mit den Trüffelbäumen bepflanzen. Der Platz ist frei geworden, weil das Sturmtief Xynthia im Februar 2010 die Bäume, die vorher dort standen, niedergemäht hatte. Dort werden laut einem Beschluss des Nitteler Gemeinderats 350 Bäume angepflanzt. Die Bäume kosten 25 Euro pro Stück und sind mit Trüffelsprossen behandelt.

Die Trüffelplantage kostet die Ortsgemeinde Nittel nicht mehr als ein normales neues Waldstück. Das Projekt kostet zwar 10.000 Euro, ist aber förderfähig. Aus dem Leader-Förderprogramm des Landes bekommt die Gemeinde voraussichtlich rund 5000 Euro.

Die Trüffel, die voraussichtlich erstmals in fünf bis sieben Jahren abgeerntet werden können, gehören der Gemeinde. Aus dem Verkauf könnte sie profitieren. Denn Trüffel sind die teuersten Speisepilze der Welt.

Die Burgundertrüffel, die in Nittel gezüchtet werden, erzielen Preise zwischen 300 und 500 Euro pro Kilo. Damit sind sie laut Sproll die drittwertvollste Art der rund sieben essbaren Trüffelsorten. Nur weiße Trüffel und Perrigordtrüffel erzielen höhere Preise.