Regionalküche auf höchstem Niveau

Regionalküche auf höchstem Niveau

Regionalküche hat auch etwas mit Heimatverbundenheit zu tun. Und davon besitzen Ruth und Harald Rüssel ganz viel. Die Entwicklung ihres Restaurants ist eine einzige Erfolgsgeschichte.

Naurath/Wald. "Quer durch die Republik wird die Renaissance des Regionalen gefeiert. Harald Rüssel ist mit seinem Landhaus St. Urban ein Pionier dieser Bewegung und einer ihrer leidenschaftlichsten Verfechter. Ein Hoch auf die Heimat!" So begründet die Redaktion des Hochglanz-Magazins "Der Feinschmecker" die Wahl des Naurather Betriebes zum "Restaurant des Jahres 2008". Einmal im Jahr listet die Zeitschrift die ihrer Meinung nach besten 600 deutschen Lokale auf und vergibt die Auszeichnung "Restaurant des Jahres".

"Das hat etwas mit Heimat zu tun"



Harald Rüssel und seine Frau Ruth, die den Service leitet, traf die Auszeichnung wie aus heiterem Himmel. "Wie sind davon überrascht worden, freuen uns aber natürlich wahnsinnig", erzählt der Chefkoch.

Der bisherige Weg des Landhauses St. Urban ist eine Erfolgsgeschichte. "Angefangen hat alles 1992 mit einem Koch und einer Kellnerin", erzählt Rüssel. Mittlerweile sind 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Die Renaissance des Regionalen kommt für ihn nicht von ungefähr. "Das hat etwas mit Heimat zu tun", erzählt er. Und heimisch ist der 43-Jährige, der in einem Aachener Restaurant seine Wurzeln hat, längst im Hochwald.

Die Schweine der Rasse "Bentheimer" bezieht er aus dem Hunsrückort Kleinich, Gemüse aus Longuich, Fisch von einem Moselfischer. Den Schinken stellt Rüssel selbst her. "Im Lokal wird auch wieder am Tisch tranchiert und zerlegt", erzählt er.

Dazu präsentiert das Haus 400 Weine mit dem Schwerpunkt Mosel.

Die Auszeichnungen häufen sich: ein Michelin-Stern, 18 Punkte im Gault Millau, viereineinhalb "F" im "Feinschmecker". Damit bewegt sich Rüssel auch international auf Höchstniveau.

Entsprechend ist die Zusammensetzung der Gäste. "Viele Belgier, Franzosen und Luxemburger ", erzählt er. Rüssel beweist, dass auch abseits der Ballungszentren kulinarisch etwas zu bewegen ist. Die Region Trier hat da Stärken. So gehört das Waldhotel "Sonnora" in Dreis auch im Feinschmecker mit fünf "F" zu den besten Lokalen Deutschlands. Aufgeführt sind auch "Becker's" in Trier, "Kuchers Gourmetrestaurant" im Eifelort Darscheid, das Landhaus Mühlenberg in Daufenbach (alle zweieinhalb F), das "Wein- und Tafelhaus" in Trittenheim und die "Malerklause" in Bescheid (beide zwei F). Wenn auch schon im Saarland (Nennig), aber dennoch in der Nähe, weil an der Mosel, liegt mit "Victor's Gourmetrestaurant Schloss Berg" ein weiteres Spitzenlokal (viereinhalb F).