Reich an tollen Ausblicken

Die Zertifizierung zum Premiumwanderweg hat der Viezpfad bereits seit einigen Monaten hinter sich. Am Sonntag, 18. April, wird die Traumschleife des Saar-Hunsrück-Steigs offiziell eingeweiht.

Mettlach-Wehingen. Die Vieztränke haben die Wehinger dieser Tage aufgestellt. An der umgebauten Viezkelter sollen sich durstige Wanderer mit frischen Getränken auf der neuen Traumschleife des Saar-Hunsrück-Steigs erfrischen, nachdem sie den Abstieg vom Kewelsberg geschafft haben - ein Teil des neuen Wanderweges, des Wehinger Viezpfads. Das idyllische Plateau des Saargaus auf rund 400 Metern Höhe gibt den Blick frei auf Wiesen, Felder und Wälder, auf das Merziger Becken und den Hochwald. Hinab ins Tal geht's durch urwüchsige Hecken, vorbei an einer Gesteinslandschaft, die Schutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg präsentiert.

Noch ein paar Kleinigkeiten wollen Wehingens Ortsvorsteher Stefan Ollinger und seine Helfer bis Sonntag, 18. April, erledigt haben. Dann werden sie ein großes Fest ab 10 Uhr vor dem Bürgerhaus zur Einweihung des Viezpfades steigen lassen. Ihre Prämierung hat die rund 14 Kilometer lange Route längst hinter sich. "An einem tristen Novembertag hat ein Mitarbeiter vom Deutschen Wanderinstitut die Strecke zertifiziert", erzählt der Ortsvorsteher. "Obwohl wir noch nicht fertig waren, beispielsweise mit dem Ausbringen von Hackschnitzeln auf den Wegen, hat er ihn als Premiumwanderweg ausgezeichnet." Trotz Regens habe der Prüfer von dem abwechslungsreichen Weg mit herrlichen Ausblicken geschwärmt.

"Da ist noch Potenzial drin", sagt Matthias Hießerich von der Saarschleife-Touristik und lacht. Er ist stolz auf die Route. Mit den Wehingern hat die Gemeinde Mettlach die neue Traumschleife des Saar-Hunsrück-Steigs auf den Weg gebracht. "Vor drei, vier Jahren ist die Idee geboren worden, einen solchen Pfad auszuweisen", berichtet Ollinger, selbst begeisterter Wanderer. Man habe ein Stück schönster Natur vor der Haustüre - ein Wandergenuss zu jeder Jahreszeit.

Verbunden damit sei der Gedanke gewesen, das Bürgerhaus zu einem Bistro umzubauen - inklusive Vermarktung von Viez, Schnäpsen, Likören, Äpfeln. "Das war noch unter meinem Vorgänger Klaus Johannes", berichtet Ollinger. Noch in diesem Jahr soll der Umbau des Hauses, Ausgangspunkt und Ziel der Strecke, beginnen. "Viel werben brauchten die Initiatoren nicht für diese Sache", erzählt er. Nur zu gerne hätten sich Wehinger in den Dienst der Sache gestellt - ob Josef Jacoby, Albert Sirznich, Peter Schmitt, Josef Pinter, Walter Schaaf oder der Schreiner Reinhold Pitsch. "Er hat uns die Bänke und Tische gezimmert, die wir an Aussichtspunkten aufgestellt haben." Auch Sinnenbänke - Viezbänke genannt - wurden aufgestellt - vom Landesamt für Agrarwirtschaft und Landentwicklung. "Peter Jochum und sein Team von der Flurbereinigung haben uns sehr unterstützt, ebenso die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft von Volker Gräve", sagt Ollinger. Jetzt freuen sich die Wehinger auf die Einweihung am Sonntag, 18. April. Aber schon vorher sei der Weg ein Renner, wie er sagt. Auf einen Blick Das Programm der Einweihungsfeier am Bürgerhaus: Sonntag, 18. April, 10 Uhr, Eröffnung durch Protektor Jürgen Schreier, es spielt der Musikverein Bethingen, ab 10.45 Uhr: den Viezpfad live erleben, ab 12 Uhr: Mittagessen, ab 14 Uhr: Musik und Unterhaltung, für Kinder: Basteln mit Heu, Bemalung von Steinen und Hölzern, Pony-Reiten, Hüpfburg, ab 17 Uhr: Viez-Tombola. (mst) Extra Die Strecke des Viezpfads: Vom Wehinger Bürgerhaus geht es durchs Humbachtal zur Blechmühle, wo Einkehrmöglichkeit besteht. Weiter führt die 14 Kilometer lange Route am Fröhnbach entlang zum Kewelsberg. Nach dem Abstieg vom Kewelsberg führt der Pfad durch urwüchsige Bachtäler, Hohlwege, Mischwälder und Streuobstwiesen zurück zum Bürgerhaus. Der Weg wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 54 Erlebnispunkten bewertet. (mst)

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