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Reinsfelder wollen ihr touristisches Potenzial besser ausschöpfen

Tourismus : Reinsfelder wollen ihr touristisches Potenzial besser ausschöpfen

55 Betten im Ort, ein Campingplatz und begehrte Rad- und Wanderwege gleich vor der Haustür: Der Hochwaldort Reinsfeld hat für Urlauber einiges zu bieten. Gemeinde und Tourismuschefin wollen gemeinsam daran arbeiten, dieses Potenzial noch besser zu nutzen.

Wie sehen die Zukunftsvisionen für den Tourismus in Reinsfeld aus? Das wollen die Mitglieder des Gemeinderats von Julia Bisdorf wissen. Ortsbürgermeister Rainer Spies hat die Leiterin der Touristinformation (TI) in Hermeskeil in sein Ortsgremium eingeladen, um über aktuelle touristische Entwicklungen und Chancen für den staatlich anerkannten Erholungs- und Fremdenverkehrsort zu sprechen.

Positiver Trend in Land und VG Die Aussichten seien gut, künftig noch mehr Urlauber in den Hochwaldort zu locken, erläutert die Tourismus­chefin der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil. Anhand einiger Grafiken zeigt sie positive Trends des Tourismus in Rheinland-Pfalz: Demnach stieg die Anzahl der Gäste im Zeitraum Januar bis August laut Statistischem Landesamt von 6,5 Millionen (2017) auf 6,6 Millionen. Bei den Übernachtungen war der Zuwachs etwas größer – von 16,9 auf 17,1 Millionen. „Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub gern zu Hause in Deutschland. Darauf können wir auch in der VG Hermeskeil aufbauen“, sagt Bisdorf.

Für die Verbandsgemeinde lägen ihr nur aktuellere Zahlen der Betriebe mit weniger als zehn Betten vor. Die Größeren übermittelten ihre Daten direkt an das Landesamt. Aber auch die Zahlen der kleinen Betriebe zeigten eine „positive Tendenz“. Deren Gästezahl stieg laut Bisdorf von 11 049 (2017) auf 11 105 in diesem Jahr leicht an, Übernachtungen wurden 26 263 gegenüber 26 158 im Vorjahr gezählt. „Der lange Sommer, der früh angefangen hat, hat das natürlich begünstigt.“

Stärken in Reinsfeld Speziell für Reinsfeld habe sie zwar keine aktuellen Zahlen. Aber im persönlichen Gespräch hätten die drei großen Übernachtungsbetriebe mit insgesamt 55 Betten im Ort – Campingplatz, Jägerhof und Reinsfelder Hof – Zufriedenheit signalisiert. Deren Hauptzielgruppe seien Handwerker auf Montage und vor allem Wanderer. Radfahrer buchten etwas seltener ein Zimmer. „Das könnte daran liegen, dass mit den Radlerbussen ein sehr gutes Angebot besteht, um von Trier aus in den Hochwald zu kommen.“

Eine Stärke Reinsfelds sei neben dem Ruwer-Hochwald-Radweg die Traumschleife Frau Holle. Der acht Kilometer lange Premium-Rundweg zum Saar-Hunsrück-Steig hat seinen Ziel- und Startpunkt im Wadrilltal. „Von unseren fünf Traumschleifen in der VG ist Frau Holle am besten besucht“, sagt Bisdorf. 5000 Wanderer seien dort allein in den ersten fünf Monaten des Jahres unterwegs gewesen. „Reinsfeld ist touristisch im Aufschwung“, findet auch Bärbel Jung. Sie betreut die kleine Touristinfo im Pavillon vor der Kirche, die von April bis Oktober etwa 40 Stunden pro Monat besetzt ist. 250 bis 350 Besucher kämen im Schnitt pro Saison, sagt Jung.

Chancen in 2019 Wie aber kann dieses vorhandene Potenzial noch besser genutzt werden? Bisdorf will an verschiedenen Stellen ansetzen. Beispielsweise am Campingplatz, dem einzigen in der VG und seit kurzem in der Hand eines neuen Betreibers. „Wir wollen demnächst besprechen, wo wir voneinander pofitieren könnten.“ Zudem seien 2019 mehrere Veranstaltungen geplant, bei denen Reinsfeld eine Rolle spielen werde. Im Mai besteht der Ruwer-Hochwald-Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Hermeskeil und Trier seit zehn Jahren. „Das wollen wir an einem Wochenende im Mai groß feiern.“ Ideen dazu bespreche sie demnächst mit den Kollegen aus den VG Ruwer und Kell am See, kündigt Bisdorf an. „Wir hoffen, dass sich Gastronomen und Vereine mit Aktionen an der Strecke beteiligen. Und Reinsfeld liegt ja direkt am Radweg.“ Ebenfalls im Mai sei die Wanderwoche der Nationalpark-Region geplant. Die TI wolle dann eine „Probiertour“ anbieten – von Hermeskeil zu Fuß nach Reinsfeld und zurück mit dem Planwagen.

Kritik und ein Appell Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald, sagt Bisdorf, sei ein wichtiges Thema für die Tourismus-Entwicklung in der Verbandsgemeinde. „Auch, wenn er nicht allein über allem steht.“ Hier hakt Kollegin Bärbel Jung ein und verweist auf ein Manko aus Reinsfelder Sicht: „Auf der Starter-Karte für Wanderer im Nationalpark ist Reinsfeld abgeschnitten, da steht nur ‚feld’.“ Ein Fehler, der in der TI laut Bisdorf bislang nicht aufgefallen ist: „Bei uns hängt die Karte in größerer Version an der Wand, da steht der Ortsname komplett drauf.“ Sie werde das Nationalpark­amt auf den Fehler ansprechen.

Ortsbürgermeister Rainer Spies mahnt: „Unser Ort war immer ein Fremdenverkehrsort, hier wurden die Übernachtungen für die VG generiert.“ Zuletzt sei Reinsfeld häufiger nicht berücksichtigt worden bei Projekten oder größeren Werbe-Publikationen. Die Touristinformation habe die Aufgabe, eine „tragende Gemeinde“ wie Reinsfeld „weiter zu pushen“, was letztlich ein Beitrag für die gesamte Hochwaldregion sei.

 „Wir werden uns bald zusammensetzen und konkrete Projekte finden, die man gemeinsam angehen kann“, kündigt Spies an.