Renaturierung kann beginnen

Die Renaturierung der Ruwer im Bereich "Dumpert" steht unmittelbar bevor. Die Maßnahme, die aus dem Ruwer-Randstreifen-Programm resultiert und bewirken soll, dass sich im Bereich des Bachbettes die Natur erholen und weiter entfalten kann, wurde mit dem ersten Spatenstich auf den Weg gebracht.

Kell am See. (hm) "Die wasserwirtschaftlichen Missstände, die im Wesentlichen auf zu gering dimensionierte Brückendurchlässe, Auskolkungen an Auslaufbauwerken sowie als Folge von Laufbegradigungen des Gewässers zurückzuführen sind, werden in der Trägerschaft der Ortsgemeinde durchgeführt", informierte Ortsbürgermeister Markus Lehnen anlässlich des obligatorischen Spatenstichs, zu dem sich neben Vertretern des Gemeinderates auch Bürgermeister Werner Angsten, Gudrun Rau vom Naturpark Saar-Hunsrück und Frank Hömme vom gleichnamigen Planungsbüro für Regional- und Umweltentwicklung eingefunden hatten. Hömme gab einen Überblick über die durchzuführenden Maßnahmen.

"Es werden vorhandene Durchlässe erneuert und die weiteren Überquerungen in Form von Stegen für Fußgänger und Radfahrer aus einer haltbaren Stahl-Holz-Konstruktion hergestellt. Es erfolgt eine Entschärfung der gefährlichen Situationen an den Durchlässen der Brücken, da diese zu klein dimensioniert sind und gefährliche Situationen darstellen."

Der Auslaufbereich des Regenüberlaufbauwerkes der VG-Werke soll entsprechend gestaltet und mit einer Bepflanzung mit Schilfgräsern ökologisch aufgewertet werden. Der gesamte Dorfpark werde in drei Bereiche aufgeteilt. Da sei zum einen der Bereich "Festival" mit seiner Freilichtbühne und dem durch die Ruwer geteilten Festplatz. Hier sei die Verlegung des Bachlaufes in einem Bogen in Richtung der Kirche hin beabsichtigt. Der ehemalige Bachverlauf soll durchlässig aufgeschüttet werden, so dass ansammelnde Fließ- und Grundwässer in den neuen Bachverlauf mit einfließen können. Die weiteren Bereiche seien Sport und Erholung gewidmet, womit der Bereich der Jugend und der in der Nähe des Seniorenzentrums gemeint seien. Auch dort soll die Ruwer umgeleitet werden. Insgesamt aber soll der Bach auf der gesamten Länge von 360 Metern verbreitert und das Ufer verflacht werden. Angsten: "Diese Maßnahme in Höhe von 206 000 Euro wird mit einem Zuschuss von 185 000 Euro finanziert."

"Ein Betrag, den wir unter diesen Umständen gerne auf uns nehmen", beteuerte Lehnen.

"Die Baumaßnahme verlangt, dass wir Bäume fällen müssen. Das ist nicht zu umgehen und ist auch so mit allen Beteiligten vereinbart", sagte Hömme. "Aber das Ganze hat einen Vorteil. Es werden neue Bäume dort angepflanzt, so dass wir nach Abschluss der Baumaßnahme einen gesunden, altersgemischten Baumbestand im Dorfpark Dumpert haben."