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Rentner auf Kommissars- und Freiersfüßen

Rentner auf Kommissars- und Freiersfüßen

Nach fünfjähriger Pause hat die Theatergruppe der Hermeskeiler Kolpingsfamilie mit der Komödie "Rentnergang" im Mehrgenerationenhaus begeistert.

Hermeskeil. Vier Senioren machen sich auf, als Rentnergang zu zeigen, wie man das so macht mit Bankräubern oder auch mit Gemüsedieben. Das ist eine kurze Inhaltsangabe des neuen Stückes der Theatergruppe der Kolpingsfamilie, das nun nach fünf Jahren Pause uraufgeführt wurde.
"Das war super, schön gespielt und richtig spannend", lobte Oswald Wagner aus Geisfeld. Er hatte sich bewusst Karten für die erste von zwei Aufführungen gekauft. Premieren seien immer am schönsten, weil die Schauspieler dann meistens noch etwas nervös seien. Auch Helga Klos aus Höfchen hatte ihren Spaß. "Sehr gut. Ich habe viel gelacht", kommentierte sie anerkennend. Es sei schön, dass die Gruppe endlich wieder ein Stück aufgeführt habe.
Insider amüsierten sich bei der von der Theatergruppe der Kolpingsfamilie Hermeskeil aufgeführten Komödie von Beate Irmisch aber noch über etwas völlig anderes. Denn Kerstin und Berthold Grenz, zwei Darsteller der ersten Stunde, spielten in dem Stück nicht wie im wirklichen Leben Frau und Mann, sondern Tochter und Vater. Und der war auch noch auf Freiersfüßen unterwegs.
Fünf Jahre pausierte die Theatergruppe der Kolpingsfamilie Hermeskeil. Für ihre treuen Fans war das eindeutig zu lang, wie die im Nu ausverkaufte erste Vorstellung beweist. Selbst für den zweiten Termin sind nur noch einige wenige Restkarten zu haben. "Die Leute haben drauf gewartet", freut sich Klaus Weber, der sich mit Berthold Grenz den Vorsitz der Kolpingsfamilie Hermeskeil, die sich aus etwa 90 Mitgliedern zusammensetzt, teilt. Zum aktuellen Team zählen etwa 15 Leute im Alter von Mitte 20 bis 70 Jahren.
Die Theatertradition geht, so erzählt Weber, auf frühere Heimatabende zurück, bei denen Mitglieder der Kolpingsfamilie Sketche aufführten. Die Wiederbelebung dieser Tradition ermöglichte der Einsatz von Fritz Bee, der die Kolpingsfamilie 1983 neu ins Leben rief. Eine der ersten Aktivitäten war die Gründung einer Theatergruppe, in der Kerstin und Berthold Grenz von Anfang dabei sind. "Ich war 17, als die Theatergruppe 1986 neu anfing", erinnert sich die heute 44-Jährige. Wie ihr Mann war auch sie damals Kolpingsmitglied. Der Erlös der Aufführungen kam seit jeher einem guten Zweck zugute. Größtenteils floss er an ein Waisenhaus in Bolivien. Die beiden Laiendarsteller sind nach wie vor mit Freude dabei. "Es macht wieder richtig Spaß", sagt Kerstin Grenz.
Neu im Team ist Paul Gemmel, der erstmals Regie führt. Bisher waren dafür Klaus Bolz und nach dessen Tod Ehefrau Elke Bolz verantwortlich. "Ich bin gefragt worden und habe mir das zugetraut", begründet Gemmel seine Unterstützung als Nicht-Kolpings-Mitglied. Den Akteuren ist er schon sehr lange verbunden. Bereits vor 20 Jahren berichtete er für Rund um Hermeskeil über die Aufführungen der Theatergruppe. urs
Das Team: Rentner Egon (Berthold Grenz), Hugo, sein Schwiegersohn (Harald Schneider), Gerlinde, Hugos Frau (Kerstin Grenz), Hannes, ihr Sohn (Marko Bouillon), Rentnerin Käte (Ulla Forster), Lisbeth, Kätes Schwiegertochter (Annemarie Rausch), Rentner Karl (Hans-Georg Forster), Rentner Walter (Harry Salm), Nachbarin Lotte (Thea Becker), Polizist Ernst (Dietmar Weber). Regie: Paul Gemmel, Souffleuse Regina Molitor, Kostüm und Maske: Esther Weiler, Ausstattung: Pia Breit und Monika Lautz, Tontechnik: Peter Göddemeyer, Kamera: Alexander Becker, Bühnenbild: Arno Winter, Fritz Bee, Eugen Piroth, Klaus Weber. urs
Extra

Die zweite Aufführung der Rentnergang beginnt am Freitag, 14. Februar, ebenfalls um 20 Uhr im Mehrgenerationenhaus Johanneshaus. Karten zum Preis von sieben Euro gibt es bei Uhren Haag, in der Donatus-Apotheke oder über die Darsteller. urs