Respekt vor Lehrern und Schülern!

Respekt vor Lehrern und Schülern!

Zum Artikel "Wie ein Lied Generationen spaltet":

Zuerst möchten wir unseren uneingeschränkten Respekt einmal für die Entscheidung des Landrats Günther Schartz ausdrücken, Jugendliche in die Trauerfeier am Volkstrauertag einzubinden, sodann für die Selbstverständlichkeit, mit der Kollegen mit ihren Schülern des Gymnasiums Saarburg ihre Trauer auf ihre Art äußern, indem sie alle Menschen, die an diesem Tag trauern, mit in ihr Gedenken einschließen. Sie haben den Sinn dieses Tages sehr wohl begriffen, dass Trauer unteilbar ist, dass alle Menschen, Opfer und Täter gleichermaßen, die auf dem Ehrenfriedhof in Kastel begraben sind, von ihren Angehörigen betrauert worden sind und weiter betrauert werden. Denn in Kastel liegen nicht nur deutsche Wehrmachtssoldaten, sondern auch Soldaten der verbrecherischen SS begraben, dort liegen im Saarburger Land ermordete sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, dort liegen deutsche Kindersoldaten, die von furchtbaren deutschen Kriegsrichtern zum Tode verurteilt wurden, weil sie aus Angst vor dem sicheren Tod heimlaufen wollten. Und alle haben das gleiche Recht, gleich ob sie im Krieg persönliche Schuld auf sich geladen haben oder nicht, betrauert zu werden. Wenn Herr Lehmann immer noch nicht begriffen hat, dass wir alle die Pflicht haben, all derer zu gedenken, dann muss ihm außerdem gesagt werden, dass die Toten auf den Ehrenfriedhöfen von Kastel oder anderswo, wenn sie deutsche Soldaten waren, in verbrecherische Vernichtungskriege zogen, dass folglich die Frage der unteilbaren deutschen Schuld an diesen Kriegen längst beantwortet ist. Was also will Herr Lehmann als Zeitzeuge den jungen Menschen erzählen?

Seit über 30 Jahren erforschen gerade Schüler des Gymnasiums Saarburg, unter ihnen seinerzeit auch der Schüler Günther Schartz, die Geschichte ihrer Heimat. Sie haben mit ihren Lehrern Hunderte von Zeitzeugen der Nazizeit und des Zweiten Weltkrieges befragt, ihre Ergebnisse veröffentlicht und dafür Preise aus der Hand von Bundespräsidenten erhalten. Wir denken, dass Lernen aus der Geschichte, speziell aus der des Zweiten Weltkrieges, keine Frage des Alters ist, dass also auch Herr Lehmann beim Zuhören noch vieles begreifen kann.

Ramune und Günter Heidt, Trier

Volkstrauertag