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Restaurants, Cafés, Biergärten und Hotels bereiten sich im Kreis Trier-Saarburg auf die Wiedereröffnung vor.

Gastronomie : Erste Euphorie und viele Fragen bei Gastronomen und Hoteliers im Kreis

Restaurants, Cafés, Biergärten und Hotels bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor. Besonders für kleinere Betriebe könnten die Vorgaben schwierig werden.

Bereits am Mittwochabend hat das große Stühlerücken begonnen. Nicht nur im Biergarten von Blesius Garten in Trier-Olewig wurde sofort nach dem Bekanntwerden der wichtigsten Regeln für die Neueröffnung von Restaurants und Hotels ausprobiert, wie Tische und Stühle gestellt werden müssen, damit die Gäste ab dem 13. Mai 1,5 Meter Abstand halten.

„Natürlich werden wir dann sofort öffnen“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Klaus Tonkaboni. „Wir sind in der glücklichen Lage und haben eine große Außengastronomie. Da lassen sich die Tische auseinander stellen. Sobald die detaillierten Bestimmungen am Freitag bekannt werden, entwickeln wir ein Konzept, wie sich der Betrieb stemmen lässt.“ Wenn er die Hälfte der Plätze behalten könnten, wäre er schon froh. Das bedeute aber noch lange nicht, dass auch die Gäste kommen, so Tonkaboni.

Anil Vural vom Bistro Baran in Konz hat die Tage gezählt. Am Mittwoch waren es 52. Auf Facebook schreibt er dazu: „Wer hätte gedacht, dass es so lange andauern würde?!?! Wir haben euch so dermaßen vermisst.“ Er freut sich trotz der Einschränkungen und verspricht, dass danach alles sogar noch besser werde. Denn: „Wir haben die Zeit genutzt. Der Laden funkelt, die Steine glänzen.“ Und auch neu streichen lassen hat er das Baran. Derzeit arbeiten er und sein Team an einem Hygieneplan.

Niko Boesen vom Hotel St. Erasmus in Trassem findet: „Das ging jetzt doch schneller als gedacht.“ Der 26-jährige Geschäftsführer sieht die größte Hürde darin, nun Mitarbeiterblöcke zu bilden, die sich nicht begegnen, sodass wenn einer erkrankt, nicht der ganze Betrieb eingestellt werden muss. Ideen, wie er statt des üblichen Buffets Portionen umweltfreundlich in Weckgläsern einzeln abpacken könnte, hat er schon. Auch Antonio Scolozzi aus Saarburg freut sich sehr, sein italie­nisches Restaurant wieder öffnen zu dürfen. Manche seiner Mitarbeiter kommen saisonal normalerweise aus dem Ausland.  „Da müssen wir jetzt erstmal neue Mitarbeiter suchen“, sagt der Inhaber der Trattoria Bella Vista. Er erwartet zudem große Schwierigkeiten mit den neuen Auflagen. Statt 20 Tischen wird er mit den neuen Abstandsregeln draußen voraussichtlich nur noch zehn aufstellen können. Das bedeute weniger Umsatz bei mindestens gleichbleibendem Aufwand.

Manche Gastronomen überlegen deshalb, die Speisekarte zu reduzieren. Für Sternekoch Harald Rüssel kommt das nicht infrage. „Ich muss meiner Leistung treu bleiben, das erwarten meine Gäste“, verdeutlicht der Geschäftsführer von Rüssels Landhaus in Naurath/Wald. Die Einschränkungen durch die Abstandsregelung sei für sein Restaurant kein großes Problem. „Wir haben zwei sehr großzügige Gast­räume und einen großen Außenbereich. Ich bin wirklich froh, dass wir mit einem vernünftigen Bedienungskonzept bald wieder öffnen dürfen.“ Das gelte auch für die 15 Zimmer des Hotels. „Das ist ein kleiner Schritt in die Normalität.“

Alle 15 Beschäftigen hat Rüssel inzwischen zurückbeordert.  Die Aushilfen würden aber zunächst nicht gebraucht. „Wir haben uns mit dem To-go-Geschäft in den vergangenen Wochen zumindest etwas Umsatz gesichert. Ich wäre nun froh, wenn wenn wir zumindest 50 Prozent unseres normalen Geschäfts erreichen könnten.“

Doch wie behält ein solcher Restaurantbesuch trotz Auflagen seinen Charme? „Mit Baumwollhandschuhen und Mundschutz zu bedienen, kann ich mir schon vorstellen – schlimm fände ich aber, wenn wir die Gäste mit Plastikhandschuhen bedienen müssten, denn das würde das schöne Erlebnis für den Gast stark mindern“, sagt Monika Fuchs vom Hotel Grefen in Schweich. Sie hofft, dass die Auflagen machbar bleiben. Sie stellt es sich auch schwierig vor, zu kontrollieren, ob in einer Gruppe wirklich nur die Bewohner zweier Hausstände sitzen.

Gemeinsam mit seinem Chef Klaus Tonkaboni (links) stellt Dominik Beck im Biergarten von Blesius Garten testweise die Tische und Stühle nach den neuen Abstandsregeln auf. Foto: Rainer Neubert

Die Gastronomen hoffen, dass das Gesundheitsamt baldmöglichst genaue Schritte bekannt gibt, wie sie nun zu arbeiten haben. Denn noch ist unklar, wie in Zukunft gedeckt, serviert, gezahlt, gespült, desinfiziert und kontrolliert werden muss. Eigene Ideen und Konzepte dazu haben viele schon durchdacht.