Retter testen Digitalfunk für den schnellen Einsatz

Retter testen Digitalfunk für den schnellen Einsatz

Der Raum Trier-Saarburg ist eine Pilotregion bei der Einführung des Digitalfunks im Katastrophenschutz und bei der Polizei. Abhörsicherheit, glasklare Verbindungen und sogar exakte Ortungen sind die Vorteile. Polizei und Feuerwehr in Konz und Saarburg können bereits von ersten Erfahrungen berichten.

Konz/Saarburg. Eine der größten Herausforderungen für die Freiwilligen Feuerwehren in den Verbandsgemeinden (VG) Konz und Saarburg in diesem Jahr ist die Einführung des Digitalfunks. In neuen Einsatzfahrzeugen wie zum Beispiel in Serrig ist die moderne Technik bereits installiert. Ältere Modelle müssen aufgerüstet werden.
In der VG Konz müssen 42 Einsatzfahrzeuge mit den neuen Geräten ausgestattet werden, in Saarburg 45. Die VG Konz geht von 60 000 bis 70 000 Euro Kosten für 136 Digitalfunkgeräte (21 fest eingebaute und 115 Handfunkgeräte) aus. Hinzu kommen laut Werner Jakobs, Wehrleiter der VG Konz, Kosten für den Einbau in die Fahrzeuge. Die Saarburger Wehren rechnen mit insgesamt 130 000 Euro Gesamtkosten für 200 Handgeräte und Festeinbauten.
Die neuen Geräte sind handlich, ähneln fast einem Handy. Derzeit laufen die Kurse, damit die Bedienung im Ernstfall auch in Stresssituationen reibungslos klappt. In der VG Konz werden insgesamt 340 Feuerwehrleute geschult.
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Konz hat laut Jakobs die Kurse und den Einbau der Technik hinter sich. Zurzeit seien die Einsatzkräfte in Nittel dran. Danach folgten Wasserliesch, Konz-Könen und Pellingen. Nach drei Blöcken sollen bis spätestens Mitte 2012 alle Wehren ausgebildet sein. Bis dahin sollen in der VG Saarburg sogar 500 Wehrleute die Kurse besuchen.
Bessere Übertragungsqualität


Die ersten Erfahrungen in Konz sind positiv. Die Übertragungsqualität ist besser als beim analogen Funk. "Die ganzen Nebengeräusche - zum Beispiel Motorenlärm - werden rausgefiltert. Das ist erstklassig", urteilt Claus Barth, Gerätewart der Konzer Feuerwehr. "Wir haben bereits erste Übungen mit Digitalfunk gefahren. Es funktioniert richtig gut", bestätigt Bernhard Klein, Wehrleiter der VG Saarburg. In Kellern mit dicken Mauern gab es noch eine klare Verbindung. Analoggeräte seien da überfordert. Was den Wehrleiter beruhigt: "Wenn dem Retter schlecht wird, kann er über das Funkgerät geortet werden."
"Seit dem Jahr 2000 ist der Digitalfunk bereits im Gespräch. Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 sollte er bereits eingeführt sein", beschreibt Wehrleiter Klein die lange Anlaufzeit. Jetzt werde es ernst für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Dazu gehören nicht nur die Feuerwehr, sondern auch alle Rettungsdienste, der Katastrophenschutz, das THW, die Polizei, der Zoll und die Bundespolizei.
"Die Polizeiinspektion Saarburg funkt bereits digital", sagt deren Leiter Markus Kohl. Seine Inspektion ist zuständig für die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg sowie Teile der VG Kell am See. Von seinen 55 Beamten sind schon 30 mit den neuen Geräten vertraut gemacht worden. Neun Fahrzeuge (inklusive Konz) sind digital ausgerüstet.
Die ersten Erfahrungen sind: "Gut, dass man mit dem Handgerät über den Streifenwagen ins gesamte Funknetz kommt." Außerdem ist die Tonqualität hoch. "Funksprüche", sagt Kohl, "scheitern nicht mehr am hügeligen Gelände".
Für die Polizei sei außerdem die Abhörsicherheit von enormer Bedeutung, und: "Mit einer Taste erreicht man eine Menge Kollegen." Das bringe mehr Sicherheit im Einsatz.
All diese Erfahrungen werden ins Mainzer Innenministerium an die Projektleitung gemeldet, die mit der Einführung der neuen Technik beauftragt ist. Projektleiter Engelbert Werner ist sicher: "Die gesamte Rettungskette kann mit Digitalfunk enorm beschleunigt werden."
Der Bereich Trier (sogenannter Cluster), in dem Saarburg funktechnisch liegt, ist bei der Einführung des Digitalfunks Vorreiter für das Land. 270 Stationen werden Ordnungs- und Rettungskräfte ab 2012 zur Verfügung haben. Auch grenzüberschreitend soll die Technik Sicherheit bringen und helfen, Menschenleben zu retten. Bis dahin laufen Digital- und Analogfunk parallel. Das Land investiert 90 Millionen Euro in das Netz. doth

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