Rettung für die Carneval

Saarburger Feuerwehr und Technisches Hilfswerk üben den Einsatz auf dem Wasser und gewinnen eine wichtige Erkenntnis.

Saarburg-Niederleuken "Die Leute wissen nur, dass sie Boot fahren üben sollen, um mehr Fahrpraxis zu erwerben", sagt Christof Leinenbach, Wehrführer des Löschzugs Mitte der Feuerwehr in Saarburg. Über zwei Boote, ein Rettungsboot und ein Schlauchboot, das sich sogar für Einätze auf einer zugefrorenen Saar eignet, verfügt diese Truppe. Zwölf Retter mit Bootsführerschein gibt es.
In diesem Jahr soll die Slip-Anlage zum Einsetzen der Boote in die Saar direkt an der neuen Rettungswache fertig werden. Diesmal rückten die 25 Feuerwehrleute gemeinsam mit der zehnköpfigen Bootsbesatzung des Technischen Hilfswerks (THW) noch nach Niederleuken aus. Einmal im Jahr muss der Ernstfall auf dem Wasser geprobt werden. Zunächst wird der Umgang mit den Booten geübt, schnell den Einsatzort zu erreichen und vorsichtig am Ufer anzulegen. Ein Bootsmann muss immer die Wassertiefe ausloten, damit das Boot nicht beschädigt wird. Während der Übung erfahren die Retter von einem Flächenbrand in Vierherrenborn, das neue Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000 ist ausgerückt. Dann folgt der Notruf auf dem Wasser: Dem Bootsführer der Jacht, die "Carneval" heißt, und die gut an der Narrenkappe am Bug zu erkennen ist, ist übel geworden, lautet das Szenario. Seine Begleitung sei nicht in der Lage, das Boot sicher zu führen. Führerlos treibt das Freizeitschiff in der Fahrrinne der großen Transportschiffe, von denen zwei die Stelle während der Übung in Niederleuken passieren. "Ich will wissen, wie meine Leute reagieren", sagt Christof Leinenbach gespannt. Vor Ort wird entschieden: Das Boot muss aus der Gefahrenzone. Feuerwehr und THW legen sich längsseits an die "Carneval" und drückten sie gemeinsam in Richtung Ufer.
Dabei treten Kommunikationsprobleme auf. Die beiden Bootsbesatzungen sehen sich nicht und können sich nur schwer verständigen. "Das nehmen wir als Erkenntnis aus dieser Übung mit", sagt der Wehrführer.
Bootsführerin Barbara Dalple-Polka lobt: "THW und Feuerwehr hatten unser Boot schnell im Griff." Doch um den Dummy, der einen Verletzten simulieren sollte, per Drehleiter vom Boot zu holen, hatten die Retter keine Zeit mehr. Ein weiterer echter Alarm ging ein: ein Brand in einer Heuballenpresse in Wincheringen.

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