Richtfest auf dem Ofendach

Es war ein echtes Erlebnis mit Natur, Arbeit, Freundschaften und Ausflügen: 17 junge Menschen aus zehn Nationen haben auf Einladung der Waldjugend Trassem 1250 Stunden an dem Walderlebniszentrum Trassem gearbeitet und das Ökosystem kennengelernt. Doch nicht nur das: Die Jugendlichen haben auch an einem eigenen Projekt gewerkelt - und dieses fertiggestellt.

Trassem. "Als mein Vater von dieser Möglichkeit hörte, hat er mir das sofort empfohlen", freute sich Michael Willmur. Der 19-jährige US-Amerikaner war einer von 17 Teilnehmern am fünften Workcamp der Trassemer Waldjugend im Walderlebniszentrum. Neue Leute aus aller Welt kennenzulernen sei großartig, fügte Michael hinzu."1250 Stunden haben die jungen Leute richtig hart gearbeitet. Das ist ungefähr die Jahresleistung eines Arbeitnehmers", zog der fachliche Betreuer des Forstamtes Saarburg, Dietmar Schwarz, Bilanz. In den bislang fünf Workcamps hätte das Zentrum jedes Mal im Ausbau enorme Fortschritte gemacht. Das diesjährige Team war laut Schwarz und dem Trockensteinmaurer Johannes Oetringer aus Fisch das bislang lustigste. "In den Pausen haben wir immer gesungen", freute sich der Fachmann für das Bauen ohne Mörtel, das auch diesmal fortgesetzt wurde.Steine aus der Region wurden beispielsweise hinter der Überdachung des Lehmbackofens gebraucht und als Umrandung der Viezkelter, die restauriert und aufgestellt wurden. "Ich habe so eine Apple-Juice-Press noch nie gesehen", staunte Adrienn Petrovics (21) aus Ungarn. Sie habe viel gelernt in Trassem und sich gewundert, wie schön die Region ist, und sie wolle auf jeden Fall mit den anderen Teilnehmern in Kontakt bleiben.Arbeit und Ausflüge

Auf dem neuen Dach des Backofens wurde ein kleines Richtfest mit Fichte gefeiert. Aber nicht nur von viel Arbeit waren die drei Wochen geprägt, während der die jungen Leute im Bürgerhaus Trassem wohnten. Es gab auch viele Ausflüge, beispielsweise nach Trier und Kaiserslautern. Eine abenteuerliche Floßfahrt auf einem Altarm der Saar wird den Gästen wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Der Beitrag für den Aufenthalt hielt sich in Grenzen. Ganze 80 Euro kostete das die Jugendlichen, dank Sponsoren und Gönnern, wie beispielsweise dem Kreiswaldbauverein Trier-Saarburg, und Zuschüssen des Landes, vom Kreis und der Verbandsgemeinde Saarburg. Das Geld für die Flüge muss allerdings selbst aufgebracht werden. "Die Arbeitsleistung ist ja die Gegenleistung", machte Dietmar Schwarz klar, der beim Forstamt für die Umweltbildung zuständig ist. Extra

Die Grundidee der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) mit Sitz in Bonn ist Frieden. 1948 organisierte eine Schülerinitiative aus Hannover die ersten Workcamps, die damals noch Lager hießen. Aus dieser Initiative sind ein Jahr später die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste entstanden. Ziel ist bis heute, durch kleine internationale Gruppen Freiwilliger, die zusammen leben, arbeiten und lernen, Frieden aufzubauen und zu erhalten. Diese Grundsätze haben sich zwar dem Zeitgeist angepasst, gelten aber nach wie vor. Heute bieten die ijgd rund 120 Workcamps in Deutschland an. Die Organisation ist international vernetzt. doth <%LINK auto="true" href="http://www.ijgd.de" class="more" text="www.ijgd.de"%>