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Riesenofen soll zweites Altenheim in Konz mitversorgen

Riesenofen soll zweites Altenheim in Konz mitversorgen

Seit fünf Jahren versorgt ein großer Ofen mehrere Konzer Einrichtungen über Rohre mit Wärme. Dieses System soll jetzt aufgerüstet werden, damit es in Zukunft auch das DRK-Seniorenheim mit Wärme versorgen kann. Der Rat der Verbandsgemeinde hat außerdem beschlossen, dass sich nun die Verbandsgemeindewerke um den Ofen kümmern.

Hungrig, heiß und groß ist er: Seit fünf Jahren brennt der große Ofen in Konz-Karthaus, wenn das Kloster, die Grundschule St. Johann und das Altenzentrum Wärme für ihre Räume brauchen. Ein Olympiaschwimmbecken voller Holzhackschnitzel verbraucht die Heizung des Nahwärmenetzes pro Jahr; über unterirdische Rohre wird die Wärme weitergeleitet. Jetzt soll das System noch einmal wachsen, denn das DRK-Seniorenheim wird in Zukunft auch Wärme aus diesem Netz beziehen. So will es der Verbandsgemeinderat, der am Donnerstag einstimmig die Wirtschaftspläne für die VG-Werke verabschiedet hat.

So soll die Anlage wachsen: Zur Wärme- und Stromproduktion wird neben der Hackschnitzelanlage ein Gaskessel und ein Blockheizkraftwerk an gleicher Stelle errichtet. Die Kosten hierfür stehen noch nicht fest. Den Anschluss des DRK-Seniorenheims an das Nahwärmenetz legt der Erbrechtsvertrag zur Einrichtung zwischen der Stadt Konz und dem DRK-Landesverband nahe. 100 Prozent der im Seniorenheim benötigten Wärme soll demnach die Stadt Konz liefern.

Der Vorteil für den Betreiber des Seniorenheims besteht darin, dass er keine eigene Heizungsanlage in den Neubau einbauen und später betreiben muss. Die bislang zur Absicherung dienenden Heizungsanlagen im Kloster und in der Grundschule sollen künftig laut Verwaltungsvorlage "nicht mehr vorgehalten werden".

Die Räte beschlossen eine weitere Änderung für die 1,5 Millionen Euro teure Anlage: Bislang hat sich der Hausmeister des Klosters um die Anlage gekümmert. Das ist nach Ansicht der Werke jedoch nicht länger praktikabel, etwa weil etwa die Wartung wegen Krankheit oder Urlaub des Kümmerers nicht gesichert sei. Das Problem will die Konzer Verwaltung zunächst dadurch lösen, dass die Betriebsführung des Nahwärmenetzes auf die Verbandsgemeindewerke übertragen wird. Laut Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Konz, ist dies die Voraussetzung dafür, dass ein Bereitschaftsdienst eingerichtet werden darf.

Doch die Verbandsgemeindewerke können die Betriebsführung der Heizanlage nicht sofort übernehmen. Momentan ist das noch nicht möglich, weil ansonsten die erhaltenen Fördergelder aus dem Konjunkturpaket II zumindest teilweise zurückgezahlt werden müssten. Der Bund hatte zwei Drittel der Anschaffungskosten im Rahmen des Konjunkturpakets II übernommen.

Schon heute haben die Ortsgemeinden der VG und die Stadt Konz die Energieerzeugung auf die VG-Werke übertragen. Da geht es bislang vorrangig darum, VG-eigene Gebäude und Anlagen (Klärwerk an der Saarmündung, diverse Pumpen für die Wasserversorgung) mit eigener Energie zu versorgen.