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Riesiger Wels sorgt für kontroverse Auseinandersetzung

Riesiger Wels sorgt für kontroverse Auseinandersetzung

Der Artikel über einen mehr als zwei Meter langen Wels, den ein Angler bei Wellen gefangen hat, hat auf Facebook eine Diskussion entfacht. Wie kann man solch ein Tier töten?, haben viele gefragt. Alfred Reichert, Vorsitzender des Bezirks-Fischerei-Verbands Trier, stellt klar, dass geangelte Welse sogar aus dem Wasser genommen werden müssen. Er spricht von einer Invasion der eingewanderten Fischart.

Wellen. 2,10 Meter lang war der Wels, den Arno Schmidt bei Wellen in der Obermosel geangelt hat. Ein rekordverdächtiger Wert. Alfred Reichert, Vorsitzender des Bezirks-Fischerei-Verbands Trier, versichert: "Von so einem großen Wels in der Mosel habe ich noch nicht gehört."
Auch andere hat der Riesenfang sowie der TV-Beitrag dazu bewegt. 332 Besucher des sozialen Netzwerks Facebook klickten "gefällt mir" an. An die 100 Kommentare gab es, darunter Glückwunsche - häufig von Anglerkollegen, aber auch Kritik. Kai Adamek beispielsweise schrieb: "Traurig ist nur, dass er jetzt tot ist. Was hat man davon ... Ruhm??"Mitleid mit dem Raubfisch


Brigitte Brüggemann postete: "Hätte man den nicht noch größer werden lassen können, so ein prachtvoller Fisch ..." Doch das Mitleid mit dem Raubfisch stieß ebenfalls auf Kritik. Ob die Schreiber denn nicht an die zehn Tonnen Fisch denken würden, die sie bislang gegessen hätten, fragte Dominik Gümbel.
Unklar ist allerdings, ob der Riesenwels tatsächlich sein Leben verloren hat. Mehrere Facebook-Schreiber behaupten, der Fisch sei wieder unbeschadet im Wasser gelandet. Es heißt, viele Angler würden das bei großen Tieren so halten; sie würden sie vorsichtig auf einer Plane herausziehen, ausmessen, fotografieren und wieder zurücksetzen.
Angler Arno Schmidt lässt offen, was er mit dem Wels gemacht hat, und verweist auf die Gesetzeslage. Demnach ist in Deutschland - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern - das Zurücksetzen von Fischen ins Wasser nur in bestimmten Fällen erlaubt. So müssen beispielsweise besonders geschützte Arten sowie Tiere während definierter Artenschonzeiten zurückgesetzt werden.
Alfred Reichert, Vorsitzender des Bezirks-Fischerei-Verbands Trier, erklärt, was dahintersteckt: "Der Gesetzgeber schreibt vor, dass nur aus vernünftigem Grund geangelt werden darf, also in erster Linie zum Nahrungserwerb für Mensch und Tier." Beim Wels ist die Lage jedoch nochmal anders. Bei ihm gilt laut Landesfischereiordnung eine sogenannte Anlandeverpflichtung, das heißt, die Tiere müssen entnommen werden, wenn sie gefangen wurden. Zum Hintergrund sagt Reichert: "Wir haben eine Invasion des Welses."
Die Art hat sich laut Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) seit Ende der 1990er Jahre stark ausgebreitet und in dichten Beständen etabliert. Der Europäische Wels ist der größte ständig im Süßwasser lebende Fisch Europas. Er kann eine Länge von bis zu drei Metern erreichen, allerdings wurden diese Spitzenwerte bislang nur in Osteuropa gemessen. In diesem Fall sei die Gewässerhege der zulässige Grund für das Angeln. Dennoch spricht sich die SGD Nord dafür aus, die Welse dann auch zu verzehren, um den "allgemein akzeptierten vernünftigen Grund für den Fang und das Töten von Fischen sicherzustellen". Allerdings gilt diese Empfehlung nur für kleinere Fische. Große Welse sollen nicht gegessen werden, da sie aufgrund ihres hohen Fettgehalts krebserregende Schadstoffe wie fettlösliche Kohlenwasserstoffverbindungen anreichern. Die Behörde verweist dazu auf die Verzehrempfehlung des Umweltministeriums.
Anglern, die damit Probleme haben, große Welse zu töten, rät SGD-Sprecherin Sandra Hansen-Spurzem in schönstem Amtsdeutsch: "Mithin ist es ratsam, durch die Wahl geeigneten Gerätes und geeigneter Hakengröße sowie geeigneter Köder die Fangwahrscheinlichkeit für bestimmte Arten und Größen zu minimieren." mai