Riol will Sonnenstrom ernten

Riol. (red) In Riol soll in Zukunft nicht mehr nur erstklassiger Wein gelesen, sondern auch Sonnenstrom im großen Stil geerntet werden. Die Gemeinde Riol und das Unternehmen Renerco AG haben einen Nutzungsvertrag für eine zehn Hektar große Ackerfläche der Gemeinde abgeschlossen.

"Wir haben diesen Standort gewählt, weil wir hier fast ideale Voraussetzungen für den Bau einer solchen Anlage vorfinden", sagte Christof Thannbichler, Projektleiter der Renerco AG, bei der Vertragsunterzeichnung mit Ortsbürgermeister Arnold Schmitt im Rathaus von Riol. Die Firma mit Sitz in München ist bereits seit über 15 Jahren an der Realisierung von Projekten im Bereich der Stromerzeugung aus regenerativen Energien und der Kraftwärmekopplung in Deutschland und im europäischen Ausland beteiligt.Bis zu 1200 Haushalte können versorgt werden

Auf der Projektfläche mit der Flurbezeichnung "Aufm Maikamp" soll nach den Planungen des Investors Renerco AG bereits Mitte 2006 mit dem Bau einer großen Freiflächen-Photovoltaik-Anlage begonnen werden. Dafür ist es erforderlich, im Rahmen der Bauleitplanung einen Bebauungsplan mit einer Sondergebietsausweisung für die Nutzung der Sonnenenergie aufzustellen. Nach Vertragsunterzeichnung will die Gemeinde nun möglichst zügig in das Planungsverfahren einsteigen. Die anfallenden Planungskosten werden von dem Investor getragen. Der Gemeinde entstehen somit für den Bebauungsplan keine Kosten. Durch das langfristig vereinbarte Nutzungsentgelt für die Projektfläche profitiert die Gemeinde auch finanziell von dem Projekt. Die Anlage soll nach den aktuellen Planungen des Investors eine Gesamtleistung von 3,7 Megawatt haben. Dafür müssen mehr als 20 000 Photovoltaikmodule auf Gestelltische montiert werden, welche exakt nach Süden auszurichten sind, um die optimale Ausbeute der Sonneneinstrahlung erzielen zu können. Das Investitionsvolumen für das Solarstromkraftwerk beträgt rund 15 Millionen Euro. Die Photovoltaikanlage wird rund 3500 Megawattstunden elektrischen Strom pro Jahr erzeugen. Die durchschnittlich produzierte Strommenge reicht aus, um bis zu 1200 Haushalte durchgehend mit Strom zu versorgen. Das heißt, es können mehr als die doppelte Anzahl der Haushalte in der Gemeinde Riol mit Strom versorgt werden. Der erzeugte Strom wird über ein Erdkabel in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nach den Tarifen des "Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien" zu einem festen Preis pro Kilowattstunde vergütet. Schmitt: Ein Glücksfall für die Gemeinde

"Wir können uns mit diesem Solarstromkraftwerk mit gutem Recht als fortschrittliche und umweltbewusste Gemeinde bezeichnen", sagte Ortsbürgermeister Arnold Schmitt im Verlauf der Vertragsunterzeichnung. Für die Gemeinde sei die Verwertung dieser Fläche für die umweltfreundliche Stromerzeugung aus der Sonnenenergie ein Glücksfall. Sollte sich das Projekt in Riol weiterhin so erfolgversprechend entwickeln, so wollten sie in naher Zukunft noch weitere Projekte in der Verbandsgemeinde umsetzen, so die Verantwortlichen der Renerco AG. "Wichtig ist uns dabei stets, dass die Planung im Einklang mit den Interessen der Gemeinde und der örtlichen Bevölkerung stehen. Weiterhin ist uns sehr daran gelegen, dass diese umweltfreundliche Technologie auch umweltverträglich und ohne echte Beeinträchtigung für das Landschaftsbildes installiert wird" , betonte Projektleiter Christoph Thannbichler.