Ritter und Burgmannen erobern die Grimburg

Ritter und Burgmannen erobern die Grimburg

GRIMBURG. Der Förderverein Burg Grimburg hat die ehemalige kurtrierische Landesburg nicht nur aufgebaut, sondern hat sie in den letzten 25 Jahren zu einem der attraktivsten Angebote im Fremdenverkehr gemacht.

Denn häufig finden Veranstaltungen statt, um die Besucher anzulocken. Und das mit Erfolg: Das neunte Burgfest mit dreitägigem mittelalterlichem Programm lockte mehr als 5000 Gäste an. Ritter und Burgfräuleins hatten am Wochenende an der Burg Grimburg ihr Lager aufgeschlagen. In ihren bunten Zelten hatten sie ihr Hab und Gut dabei. Darunter ihre Schlafgemächer, Töpfe und Teller. Die Rede ist vom Ritterverein Alt-Luxemburg. Und wer das neunte Grimburger Burgfest besucht hat, konnte nicht nur neugierig einen Blick in ihre Zelte werfen, sondern sie auch beim Lagerleben und bei mittelalterlichen Arbeitsweisen beobachten. Natürlich hatten die Ritter auch ihre Waffen und Rüstungen dabei. Diese waren allerdings nicht nur zur Zierde gedacht, denn die Männer kämpften mit Schwert und Schild gegeneinander. Und das sehr authentisch. Kaum fiel der erste Ritter unter Schreien zu Boden, hörte man Stimmen aus dem Publikum: "Das ist doch nicht nur geschauspielert", sagte ein junger Mann. Und ein anderer Besucher fügte hinzu: "Der hat sich mit Sicherheit weh getan." Ritterspiele sowie ein Rundgang durch das Lager, bei dem sie sogar die Schwerter und Rüstungen anfassen durften, standen auf dem Programm. Weiterhin durften sich die 150 Teilnehmer im Alter von vier bis 15 Jahren eigenhändig Rüstungen basteln. "Dabei hatten die Väter meist genauso viel Spaß wie ihre Spösslinge", lachte Dittmar Lauer, Vorsitzender des Fördervereins Burg Grimburg. Burgerlebnis für Jung und Alt

Er engagiert sich seit Jahren für die Erhaltung, Sicherung und den teilweisen Wiederaufbau sowie die Publizierung der Grimburg. "Deshalb wollen wir ein solches Burgerlebnis für Kinder und Jugendliche auch auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder anbieten", so Lauer. Die Kinder sollen einen ganzen Tag lang dort betreut werden und auf kindgerechte Weise "an die historische Burg herangeführt werden". Mittelalterliche Musik stand ebenfalls auf dem Programm des neunten Burgfestes. Darunter die Gruppe "Wahnfrîd" aus dem benachbarten Saarland. Aufgrund persönlicher Beziehungen durften die Musiker zum ersten Mal im Rahmen dieses Festes auftreten. "Alle Instrumente sind, soweit dies möglich ist, den Originalen des Mittelalters nachempfunden", erklärten die fünf Musiker. "Unser Anliegen ist es, die Musik des Mittelalters nah dem Original wiederzugeben, und deswegen belassen wir die Texte unserer Lieder im ursprünglichen Zustand und verwenden keine Übertragungen ins Neudeutsche." Darauf legte der erste Vorsitzende des Fördervereins Burg Grimburg bei der Auswahl der Gruppen sehr großen Wert: "Die Musiker sollen authentisch wirken und sich nicht einfach nur ein Kostüm überziehen", sagte Dittmar Lauer. Diesen Ansprüchen genügte auch die Gruppe "Eygenart". Jan Rolph von Heidweiler, Helene von Holzerode und Albin Saitenschlaeger präsentierten Trink- und Tanzlieder sowie Liebes- und Vagabundenlieder aus zwölf Jahrhunderten. Ein Höhepunkt des Festes war sicherlich die Darstellung einer historischen Szene: Kaiser Maximilian I. von Habsburg, der vom Oberstleutnant Roderich Kiesewetter der Hermeskeiler Kaserne gespielt wurde, besuchte die Burg Grimburg. Damit dieses Schauspiel auch besonders lebensnah erschien, hatte sich Dittmar Lauer etwas ganz besonderes ausgedacht: "Die Schauspieler bekommen ihren Text erst dann in die Hand, wenn es los geht." Dieser Aufgabe stellten sich Landrat Richard Groß als Erzbischof und Kurfürst Richard von Greiffenclau und sein fürstliches Gefolge, darunter Verbandsbürgermeister Michael Hülpes und Ortsbürgermeister Joachim Wahlen, und meisterten diese hervorragend und sehr authentisch. Dittmar Lauer hat schon Pläne für das nächste Jahr: "Im letzten Jahr haben wir ein öffentliches Gelöbnis mit rund 400 Rekruten aus der Garnison Hermeskeil an der Grimburg veranstaltet", erzählte der erste Vorsitzende. "Der Platz war so gefüllt, und es war ein solch schönes Erlebnis, dass wir das gerne im kommenden Jahr wiederholen möchten."