Ritterschlag und Drachenfeuer

GRIMBURG. Die Zahl der "Ritter auf der Grimburg" steigt von Jahr zu Jahr. Rund 200 Kinder und mindestens doppelt so viel "Gefolge" aus Eltern und Großeltern haben die Burg am Wochenende pulsieren lassen.

Mit Gauklern und Herolden voran ziehen sie ein, die angehenden Ritter und Rittersfrauen. Einigen von ihnen steht die Aufregung ins Gesicht geschrieben, dass sie hier und heute zu Rittern geschlagen werden sollen. Einen Tag lang haben sie dafür Wettkämpfe absolviert oder sich in handwerklichen Fähigkeiten geübt. Mindestens drei Prüfungen von möglichen zehn muss jeder von ihnen vorweisen können. Und nun ist es endlich soweit. "König" Bernd Hermesdorf, manchen auch als Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Hermeskeil bekannt, schreitet persönlich mit seinem Langschwert die Reihe der vor ihm knienden Ritterschar ab. Mit strahlenden Mienen nehmen, wie schon am Vortag, rund 100 Nachwuchsrecken ihre Urkunden in Empfang. Außerdem erhält jeder den unverzichtbaren "Ritterschlag" auf die Wange, der den Mienen nach aber nicht allzu schmerzhaft zu sein scheint. Danach wird gefeiert - und zwar stilecht mit Turnier und Tanz, woran sich neben den 200 Rittersleuten auch deren Gefolge aus mindestens doppelt so vielen Müttern, Vätern, Omas und Opas anschließt. Die Ritterschar - darunter auch "Maid Jule, die liebliche Rittersfrau der Grimburg" - ist schier aus dem Häuschen. Zwischen Ritterschlag und Fest bleibt kaum Zeit, den Eltern von den Workshops zu berichten. "Wir haben auch Salbei-Bonbons gemacht und eine Salbe gegen blaue Flecken", erzählt die zehnjährige Katharina aus Bescheid. Max, 11 Jahre alt und aus Kell, fand vor allem den Knappendienst toll, konnte er sich dabei doch im Bogenschießen und Axtwerfen üben. "Wir haben auch gefilzt und Schildkröten oder Igel getöpfert", zählt Simon (10) das vielseitige Angebot auf. Und Sonnenuhren bauten sie auch: "Das hat jeder ganz toll gemacht", erzählt der Neuhüttener Ritter stolz. Denn was die Kinder gebastelt haben, dürfen sie auch mit nach Hause nehmen.Feuer speiende Drachen locken Ritter an

Dass die Ritter längst nicht mehr nur aus der Verbandsgemeinde gen Burg Grimburg ziehen, zeigt, welche Bedeutung dieses spezielle Freizeitangebot inzwischen genießt. Bei der sechsten Auflage von "Ritter auf der Grimburg" hat sich neben Teilnehmern aus den Nachbarverbandsgemeinden sogar eine Rittersfrau aus Bremen unter die Edelleute gemischt. Das von "Richard von Kimbelstein" und "Pater Nixnutzius" begleitete Spektakel lockt mit Feuer speienden Drachen, Mittelaltermarkt und Gauklern der Gruppe "Wanderwind" Jahr für Jahr mehr Teilnehmer an, wie sich Bürgermeister Michael Hülpes freut. Schließlich trägt auch er mit Reitern, Falknern oder Besenbindern aktiv mit zum Gelingen bei. So legte der Bürgermeister beim Bau der beiden "Burgdrachen" aus Holz und Dachpappe mit Hand an. Insgesamt seien bei dem Ferienspaß etwa 30 Helfer im Einsatz, so Hülpes. Allen voran die Waldjugend und die Frauengemeinschaft Grimburg, aber auch Gusenburger sowie Helfer aus umliegenden Orten.