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Römerfest in Tawern: Mit Gladiatoren und Feldherrn auf Zeitreise​

Veranstaltung : Römerfest in Tawern: Mit Gladiatoren und Feldherrn auf Zeitreise

Beim Römerfest am Tempel­bezirk in Tawern konnten Besucher Geschichte hautnah erleben.

Um die alten Römer in ihrem Alltag einmal hautnah zu erleben, braucht man keine Zeitreise zu machen. Zumindest nicht, wenn man am Wochenende das Römerfest auf dem Tawerner Metzenberg besucht hat. Dort wurde Mitte der 1980er Jahre vom Rheinischen Landesmuseum eine römische Tempelanlage ausgegraben und teilweise aufwändig rekonstruiert.

Die perfekte Kulisse, um Geschichte für die Besucher lebendig werden zu lassen. Während sich auf einer Wiese unterhalb des Tempels vor den Augen des staunenden Publikums Gladiatoren packende Zweikämpfe liefern, gewährt Nero Claudius Germanicus einigen Besuchern einen Blick in sein Feldherrnzelt, wo er mit seiner Frau Aggripina residiert.

Im wirklichen Leben heißt Germanicus Andy Poppe und arbeitet als Abteilungsleiter bei einem Recyclingunternehmen. „Ich war schon immer geschichts­interessiert“, erzählt der gebürtige Berliner, der heute mit seiner Familie in der Nähe von Trier lebt. In seiner Freizeit besucht Poppe mit seiner „Familia Poppae“, zu der auch 30 Freunde gehören, Events in ganz Europa. „Wir wissen aus Ausgrabungen, dass die Römer eine hochentwickelte Kultur waren. Sie hatten alles, außer elektrischen Strom“, erklärt er seine Faszination für das Leben vor 2000 Jahren. Dabei lege er bei der Darstellung größten Wert auf Authentizität. „Wir machen hier kein Hollywood“, betont der Römerfan und weist darauf hin, dass alle präsentierten Gegenstände selbst hergestellte Replikate sind. Auch das römische Handwerk und die römische Küche dürfen nicht fehlen. Insgesamt vier Gruppen lassen das römische Leben zumindest für zwei Tage wiederaufleben.

Trainer Marc Tilly (Mitte) überwacht den Zweikampf von Gladiatoren. Die Mitglieder der einzigen Gladiatorenschule Deutschlands präsentierten beim Römerfest ihr Können.
Trainer Marc Tilly (Mitte) überwacht den Zweikampf von Gladiatoren. Die Mitglieder der einzigen Gladiatorenschule Deutschlands präsentierten beim Römerfest ihr Können. Foto: Willems Matthias

Organisiert hat das Römerfest, das nach elf Jahren Pause wieder stattfand, der Verein Römisches Tawern. Dessen Vorsitzender Bart Kroon, der als „Bartholomäus Corona Bartavus“ die Besucher begrüßt, ist Quer­einstieger in Sachen Römer. Der gebürtige Niederländer wollte etwas für die Dorfgemeinschaft tun. „Als Kind habe ich Asterix und Obelix gelesen“, erzählt er. Die römische Geschichte sei für die Tawerner Identität wichtig. Das Fest biete eine gute Möglichkeit, auch Kinder für diesen Teil der Geschichte zu begeistern. Demnächst will Kroon an Schulen für den Verein werben.

Das junge Publikum ist besonders von den Gladiatoren begeistert, die ihr Lager unterhalb des Tempels aufgeschlagen haben. Die Mitglieder der einzigen Gladiatoren­schule Deutschlands aus Trier verlegten ihr Training extra nach Tawern und präsentierten auch den ein oder anderen Zweikampf. „Das ist Vollkontakt­sport. Da bleibt die ein oder andere Schramme auch bei stumpfen Waffen nicht aus“, erzählt Trainer Marc Tilly.

 Gladiatorenhelme sind beim Römerfest in Tawern ausgestellt.
Gladiatorenhelme sind beim Römerfest in Tawern ausgestellt. Foto: Willems Matthias

Die Kinder durften dann auch mal einen Schild in die Hand nehmen oder einen Helm aufsetzen. „Die Kämpfe sind sehr realistisch dargestellt“, findet Pascal Wetter aus Wincheringen, der mit seiner Familie zum ersten Mal den Tempel besucht. Auch die Rekonstruktion der Anlage findet er sehr gelungen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Römerfest am Tempel in Tawern