Römischer Alltag zum Anfassen

Der "Tag des offenen Denkmals" am 13. und 14. September, jeweils 11 bis 18 Uhr, lockt im 111 Jahre alten Mannebacher Traditionsbrauhaus mit einer einzigartigen Ausstellung antiker Schätze. Sie umfasst römische Münzfunde, Schmuck und Grabbeigaben. Viele Exponate bieten "Archäologie zum Anfassen". Es gibt Live-Führungen mit Günter Wolff, besser bekannt als "Sklave Jatros" aus der Villa Borg, und delikate Speisen nach original römischen Rezepten.

Im Mannebacher Brauhaus sind am 13. und 14. September antike Schätze zu bestaunen und Gerichte nach altrömischen Rezepten zu kosten. Foto: TV-Archiv

Mannebach. (ako) Einen erlebnisreichen Bogen von der ersten steinzeitlichen Besiedlung bis in die Gründerzeit schlägt ein Besuch des Mannebacher Brauhauses am "Tag des offenen Denkmals", wobei den Römern als kulturprägendem Volk der Region besondere Ehre zuteil wird. Im Glashaus des moselfränkischen Urgesteins gepflegter Gastlichkeit offenbaren sich archäologische Schätze, eingerahmt von Michelangelos himmlischen Malerei-Motiven. Im Mittelpunkt stehen originale Exponate, die den Lebensstil der imperialen Siedler in der Region zwischen Trier und dem Saargau belegen. Vor allem die römischen Münzsammlungen, die ausschließlich zu diesem Anlass der Öffentlichkeit präsentiert werden und sonst nur ausgewählten Wissenschaftlern zugänglich sind, dürften Sammler, Historiker, Archäologen und geschichtlich Interessierte in ihren Bann ziehen. Die beeindruckenden Stücke vom Goldauri bis zur Münzfälscherplatte sind für Experten und Laien gleichermaßen Zeitzeugen, die vom Leben der Römer "erzählen" und die historischen Epochen belegen. Prächtiger Gold- und Silberschmuck adliger Damen, Tafelgeschirr oder zahlreiche Funde aus einem gallorömischen Urnengrab und einem Adelsgrab machen den anschaulichen Exkurs in die mehrtausendjährige Vergangenheit der Region vollständig. Mit den Knochen eines echten Mammuts aus dem Moseltal und mit einem steinzeitlichen Beil knüpft die Ausstellung am "Tag des offenen Denkmals" auch an vorhistorische Epochen an. Die exklusive Schau steht unter der Schirmherrschaft der Archäologin Dr. Bettina Birkenhagen und wird unterstützt vom Landesdenkmalamt des Saarlandes.

Günter Wolff ist ein Anekdotenerzähler



Günter Wolff, der als "Sklave Jatros" die fachlich fundierten und spannenden Führungen der Römischen Villa Borg leistet, übernimmt auch in Mannebach den Part des Geschichten- und Anekdotenerzählers.

"Die Ausstellung erlaubt Einblicke in die ganze Palette antiken Lebens der Region, denn die Besucher können miterleben, wie der Alltag von normalen Bauern und Händlern, aber auch von reichen und noblen Siedlern aussah", schildert Wolff den Facettenreichtum.

Die Kulisse des urigen Gasthauses, das als klassisches Trierer Einhaus mit Wirtsstube, Wohntrakt und Scheune gebaut und um einen Braukesseltrakt erweitert wurde, ist selbst einen Ausflug wert und ideal für die Entdeckung alter Schätze. Hans Günter Felten, Braumeister, Gastgeber und erklärter Fan der römischen Kultur, macht den "Tag des offenen Denkmals" auch lukullisch zu einem unvergesslichen Ereignis, denn er kredenzt nach original römischen Rezepten zubereitete Speisen. In besonderen Räumen wird gezeigt, wie die antiken Siedler Mehl schroteten oder Weihrauch nutzten. So wird der Besuch im Mannebacher Brauhaus nicht zu einem rein musealen Erlebnis, sondern die Gäste können riechen, schmecken und tasten, wie gut es sich schon immer in und um Mannebach leben ließ.