Rollen bald wieder Züge?

Stellt auch die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil das Signal auf Grün? Nachdem sich der Gemeinderat Morbach einstimmig für den Erhalt der Hunsrückbahnstrecke ausgesprochen hat (der TV berichtete), wird auf Antrag der BFB-Fraktion am Mittwoch in der VG-Ratssitzung im Hermeskeiler Rathaus ebenfalls über den Kauf der Trasse diskutiert.

Hermeskeil. Die Position von Paul Port, Sprecher der "Bürger für Bürger" (BFB), ist eindeutig: "Wir erwarten einen Grundsatzbeschluss und sind selbst der Meinung, dass die VG finanziell mit ins Boot steigen und die Strecke unbedingt kaufen sollte." Auf Antrag seiner Fraktion wird sich der VG-Rat am Mittwoch, 5. März (19 Uhr, Rathaus Hermeskeil), erneut mit dem Thema "Hunsrückbahn" beschäftigen. Zur Erinnerung: Im November wurde auf Empfehlung der drei Bürgermeister aus Morbach, Thalfang und Hermeskeil zwar das bis dato vorgesehene Draisinen-Projekt auf Eis gelegt. Gleichzeitig plädierten die Rathaus-Chefs aber für den Erhalt der Eisenbahn-Infrastruktur und den Ankauf der Strecke zwischen Morbach und Hermeskeil. Die Deutsche Bahn (DB) Immobilien verlangt 450 000 Euro für die 33 Kilometer lange Trasse.Vorige Woche hat nun der Morbacher Gemeinderat seinen Bürgermeister Gregor Eibes einstimmig damit beauftragt, die Verhandlungen mit dem Land, den Kreisen und den Anrainer-Kommunen fortzusetzen, um die Stecke schnellstmöglich zu erwerben. Allerdings soll dabei auch der Abschnitt von Morbach nach Büchenbeuren, also in Richtung Flughafen Hahn, mit einbezogen werden (der TV berichtete)."Wenn es notwendig ist, werden wir uns auch gegen einen erweiterten Ankauf nicht verwehren. Natürlich müsste dann aber neu über die Finanzierungsanteile geredet werden", sagt Port zum Votum in Morbach.Nicht überraschend ist es, dass der Hermeskeiler Bürgermeister Michael Hülpes zur Forderung der BFB sagt: "Das unterstütze ich ausdrücklich. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir die letztmalige Chance, die Strecke zu erhalten, nutzen müssen". Der CDU-Politiker bezeichnet die Reaktivierung der Hunsrückbahn als "eines der wichtigsten Zukunftsprojekte" der Region und betont in Übereinstimmung mit der Morbacher Position: "Wir wollen bis zum Hahn".Für den Kauf der Strecke durch die öffentliche Hand sprechen für Hülpes mehrere Gründe: Erstens seien 450 000 Euro für alle erforderlichen Flächen und Gleisanlagen auf der Trasse von Morbach bis Hermeskeil ein "relativ günstiger Preis, wobei wir natürlich auf einen Landeszuschuss um die 50 bis 60 Prozent angewiesen sind".Zweitens würden Fachgutachten belegen, dass sich die Strecke in einem weitgehend guten bautechnischen Zustand befindet. Drittens habe man mit der in Hermeskeil ansässigen Hochwaldbahn GmbH einen "leistungsstarken, lizensierten Betreiber" zur Verfügung, der auf der Strecke Frachtverkehr laufen und Fahrten mit historischen Schienenbussen organisieren will. Viertens sei es schließlich denkbar, dass im Rahmen der europäischen Leader-Förderung für die Lokale Aktionsgruppe Erbeskopf "die Strecke mit einzelnen Projekten touristisch weiter in Wert gesetzt werden kann". Fakt ist allerdings, dass im Hermeskeiler VG-Haushalt bislang kein Geld für den Kauf der Strecke eingestellt ist. In der Vergangenheit hatten unter anderem die SPD-Fraktion, aber auch CDU-Sprecher Engelbert Philipp mit Blick auf die Kassenlage der Verbandsgemeinde gegen ein finanzielles Engagement starke Bedenken angemeldet. Hülpes hofft jedoch, die Räte am Mittwoch davon überzeugen zu können, "damit wir uns diese Option zum Erhalt der Schiene offen halten".

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