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Romantische Kammermusik ohne Zuckerguss

Romantische Kammermusik ohne Zuckerguss

Unkonventionelle bis romantische Kammermusik hat das Publikum im großen Saal des Konzer Klosters Karthaus zu hören bekommen. Das Ensemble 4-3-4 konnte eindrucksvoll seine Stärken ausspielen.

Konz. Die Kammermusik ist eine Sparte der Musik, die zwar nicht allzu viele, aber dafür äußerst treue und kundige Liebhaber hat. Das zeigte sich wieder am Sonntag im Konzer Kloster Karthaus, als zum Konzert des in der Region bekannten Ensembles 4-3-4 immerhin gut 60 Zuhörer gekommen sind.
Sie erlebten fünf gut aufgelegte Vollblut-Musiker, die schon längst bewiesen haben, dass sie ein breites und anspruchsvolles Repertoire beherrschen. Hartwig Schubert (Violine), Isabelle Manck (Viola), Wolfram Hertel (Cello), Irmgard Brixius (Flöte) und Hans-Dieter Höllen (Klavier) beginnen ihr Konzert mit moderner Musik, dem Trio für Flöte, Violine und Viola des österreichischen Komponisten Johann Nepomuk David (1895-1977). Sehr anspruchsvoll, vor allem von Irmgard Brixius exzellent gespielt. "Schrill, aber schön", sagt ein Besucher zur Pause. Beethovens Streichtrio c-Moll opus 9/3 ist ebenfalls unkonventionell, geprägt von Ergriffenheit und Passion, besonders der zweite Satz in Adagio gelingt den Streichern mit Hartwig Schubert an der Spitze besonders innig.
Abschluss und Höhepunkt der Matinee ist das Klavierquartett g-Moll opus 25 von Johannes Brahms (1833-1897). Die große Pianistin Clara Schumann hatte 1861 die Uraufführung bestritten, am Sonntag glänzte Hans-Dieter Höllen am Flügel im Zusammenspiel mit den Streichinstrumenten. Romantische Musik in ihrer schönsten Form, besonders innige Momente ergeben sich zwischen Viola (Isabelle Manck) und Cello (Wolfram Hertel). Das Rondo alla Zingarese zum Abschluss kommt mit Schmelz und Tiefe daher, fernab jedoch von überzuckerter Zigeuner-Romantik.
Die Musikliebhaber spenden verdienten Applaus. DT