Roscheid/Saarburg/Hermeskeil: Die Weihnachtsmärkte der Region

Weihnachtsmärkte der Region : Knorrige Krippen, blutrotes Wasser und leuchtende Wesen in Saarburg, Hermeskeil und auf dem Roscheider Hof (Fotos)

Der Trierische Volksfreund hat die Weihnachtsmärkte im Roscheider Hof, am Saarburger Wasserfall und im Stadtpark Hermeskeil besucht. Alle drei haben eine ganz besondere Ausstrahlung.

Er nennt sich selbst Waldschradt – bewusst mit t am Schluss. Stephan Schmitz ist Holzbildhauer und Krippenbauer aus Trier-Euren. Sein Meisterstück ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Roscheider Hof zu bewundern, mit drei Etagen und Vollausstattung.

Nach dem heftigen Regen wollten die Veranstalter diesmal kein Risiko eingehen. „Wir haben den Weihnachtsmarkt in die Ausstellung integriert“, erklärt die neue Geschäftsführerin des Freilichtmuseums, Ursula Ninfa. Im hinteren Hof sind nur noch sechs Hütten zu finden, wo es Essen und Trinken gibt. Insgesamt sind es mehr als 40 Anbieter von Kunst und kreativen Dingen, die manchmal so richtig mit der Dauerausstellung verschmelzen.

Gut 4000 Besucher ließen sich am Wochenende diesen Eindruck nicht entgehen. Hildegard Hött aus Zemmer führte das alte Handwerk wie Drechseln oder Klöppeln gleich auch vor.

Dieses feenhafte Wesen vom Trierer Stelzentheater Circolo verzauberte den märchenhaften Weihnachtsmarkt im Hermeskeiler Stadtpark. Foto: Herbert Thormeyer

Ob der Roscheider Weihnachtsmarkt in dieser Form im Freilichtmuseum beibehalten wird, ist noch offen. „Wir werden im Januar Resümee ziehen und dabei die Erfahrung der Ausstellung mit in unsere Entscheidung einbauen“, sagt Leiterin Ninfa. Ganz sicher ist jedoch, dass dieses Erlebnis am 14. und 15. Dezember jeweils ab 11 Uhr wiederholt wird.

Saarburg erstrahlt beim Weihnachtsmarkt am Wasserfall durch ein völlig neues Lichtkonzept. Rund um den riesigen Weihnachtsbaum mitten auf dem Leukbach entsteht bei Einbruch der Dunkelheit eine bunte Zauberwelt.

Darauf ist die Sprecherin der Stadt, Sandra Gehlen, besonders stolz. Sie sorgte dafür, dass auch die Gebäude in neuem Licht erlebt werden können, vor allem das Amüseum. Der Wasserfall fällt mal in Blau oder in Blutrot in die Tiefe.

„Die leuchtenden Girlanden hat uns der Verkehrs- und Verschönerungsverein gestiftet. Die haben 5500 Euro gekostet“, freut sich Gehlen. Nach dem Brand vor zwei Jahren und ausgeliehenen Holzhütten im letzten Jahr, sind jetzt maßgeschneiderte Häuschen im Einsatz, die genau passen, so dass die Brandschutzauflagen locker eingehalten werden können.

Neues Konzept auch in Roscheid: Die Weihnachtsmarkt-Stände sind erstmals in die Ausstellung des Museums integriert. Foto: Herbert Thormeyer

Nikolaus und sein Knecht Ruprecht durften natürlich auch nicht fehlen. Beschert wurde von der Bühne aus. Die Symbolfigur der herannahenden Weihnacht zog mit einem Blasensemble des Musikvereins Saarburg-Beurig ein und besuchte auch das Kinderkarussell auf dem Pferdemarkt. Dabei „flogen“ die Kleinen quasi um den Heiligen Mann, der in der Mitte saß, herum.

Holzbildhauer Stephan Schmitz (links) und Dirk Weinold aus Trier-Euren, präsentieren ihre ganz besonderen Krippen. Foto: Herbert Thormeyer

Geschätzt 3000 Besucher schauten sich das alles an. Die Lichter leuchten auch wieder am 12. Dezember zum Weihnachtsshopping. Dann kommen auch um 18.30 Uhr die Eifeler Alphornbläser als besondere Attraktion.

Eine Woche Aufbau liegen hinter dem Hochwald Gewerbeverband (HGV) und dem Bauhof der Stadt, wenn sich der Lichterglanz beim Weihnachtsmarkt im Hermeskeiler Stadtpark entfaltet. An drei Tagen ließen sich rund 6000 Besucher dieses Spektakel nicht entgehen. Feuer und Licht, strahlende Bäume und ebensolche Gesichter erwarteten die Gäste des Marktes mit 25 Hütten, wo kreative Menschen ihre Waren anboten.

Ein Wesen wie aus einer anderen Welt kam vom Stelzentheater Circolo aus Trier. So könnte man sich das Christkind vorstellen: hoch aufragend, mit leuchtenden Flügeln, die immer wieder ihre Farbe wechseln. Dazu gab es Livemusik.

„Viele der Verbandsmitglieder im HGV laden ihre Kunden persönlich oder per E-Mail ein“, sagt der Sprecher des Verbandes, Dieter Nels. Im nächsten Jahr feiert der Weihnachtsmarkt in dieser Form sein zehnjähriges Bestehen. „Dafür werden wir uns noch einige Überraschungen einfallen lassen“, verspricht Nels.

Was er allerdings nicht weiß, ist, ob der Weihnachtsmarkt in den St.-Fargeau-Park verlegt wird: „Da wird noch mit der Stadt verhandelt.“ Wenn Holzspäne ausgebreitet werden, leide der Boden ja trotzdem, hier wie dort.