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Roscheider Hof: Es regnet ins Museum

Roscheider Hof: Es regnet ins Museum

Verfaultes Holz, nasse Wände, Schimmel: Im Freilichtmuseum Roscheider Hof sucht sich der Niederschlag seinen eigenen Weg. Inzwischen sind die Schäden so groß, dass der Direktor Ulrich Haas sich um den Fortbestand des Museums sorgt.

(nero) "Es ist eine Schande", sagt Ulrich Haas, seit 1985 ehrenamtlicher Leiter des Freilichtmuseums Roscheider Hof in Konz. "Die Bedachung des ursprünglichen Kernbaues geht nach unseren Unterlagen auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück, ihr Zustand ist entsprechend." Bei einem genauen Blick auf die Gemäuer zeigt sich das Problem: Von außen haben bereits die Wände massive Wasserschäden, unter den Dächern stellt sich das Ganze noch dramatischer dar. Das Tageslicht dringt durch offene Fugen, der Regen der vergangenen Tage hat diese Gelegenheit nicht ungenutzt gelassen. Alte, eigentlich zu Ausstellungszwecken gedachte Badewannen, Waschzuber und Eimer sollen das eindringende Wasser auffangen. Das gelingt aber nur teilweise, da der Rest die Wand hinunter läuft und große Pfützen auf dem Boden bildet.

Im Querbau über dem Torbogen sind die Schäden bereits dermaßen massiv, dass die Statik des an faulenden Balken aufgehängten Fußbodens in absehbarer Zeit nicht mehr gewährleistet ist.

"Dies bedeutet, dass dann auch der Rundgang durch unser Museum nicht mehr möglich sein wird", sagt Ulrich Haas und verweist auf die immerhin jährlich etwa 70 000 Besucher aus dem In- und Ausland.

Aufsichtsbehörde erkennt Unabweisbarkeit nicht an



Mehr als 200 000 Euro wird die Gesamtinstandsetzung der Dächer kosten. "Dies ist für die Stadt Konz als Eigentümerin des Hofgutes nicht in einer Summe zu stemmen", sieht der Direktor ein. "Deshalb haben wir für 2009 nur eine Teilinstandsetzung für den Bereich über dem Torbogen von etwa 47 000 Euro angemeldet."

Ulrich Haas betont ausdrücklich die kooperative Einstellung der Verwaltungsspitze der Verbandsgemeinde (VG) Konz und des Stadtrates zur Lösung dieses Problems. Die Aufsichtsbehörde habe jedoch die "Unabweisbarkeit" der notwendigen Maßnahmen verneint.

"Wir werden einen neuen Anlauf zur Genehmigung nehmen", erklärt Joachim Weber, erster Beigeordneter der VG Konz. "Denn es darf nicht sein, dass unwiederbringliche Kulturgüter in Magazinen verrotten, weil sie wegen nicht nutzbarem Platz nicht ausgestellt werden können."