Rote Karte für Rassisten

SAARBURG. (red) "Bananenfresser", "Scheiß-Nigger", "Bimbo" – diese und weitere, nicht mehr zitierfähige Beschimpfungen mussten farbige Spieler im Dress des TuS Fortuna Saarburg über sich ergehen lassen. Nachdem der Trierische Volksfreund über rassistische Übergriffe gegen dunkelhäutige Fußballer in der Kreisliga A berichtet hatte, griff der Arbeitskreis "Integration in der Verbandsgemeinde Saarburg" das Thema mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktionsidee auf.

Mitarbeiter des Arbeitskreises "Integration in der Verbandsgemeinde Saarburg" verteilten beim jüngsten Spiel des TuS Fortuna Saarburg gegen Trier-Olewig Karten mit dem Aufdruck "Zeigen Sie Rassisten die rote Karte" an die Zuschauer des Fußballspiels. Rassistische Übergriffe finden kaum Beachtung

"Es kann und darf nicht sein, dass dunkelhäutige oder ausländische Sportler während eines Spiels fremdenfeindliche Beschimpfungen ertragen müssen", betont Sabine Velleman vom Arbeitskreis. Nach Ansicht von Nhat Tran sind Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kein isoliertes Fußballproblem, sondern wurzeln in der Mitte der Gesellschaft - auch im ländlichen Raum. "Rassistische Übergriffe finden gerade in den unteren Ligen bisher kaum Beachtung." Die Aktion wurde vom Abteilungsleiter Fußball der TuS Fortuna, Dietmar Suder, ausdrücklich unterstützt und über Stadionlautsprecher angesagt. Die Reaktionen der Zuschauer waren durchweg positiv, zwei farbige Spieler - Angehörige der französischen Garnison - begrüßten die Aktion lebhaft. Der Spieler Jay-Jay Diakitem, über den der TV berichtet hatte, wurde übrigens für vier Spiele gesperrt - er hatte nach den rassistischen Provokationen durch seinen Gegenspieler à la Zidane reagiert und geschlagen. Dem rassistischen Povokateur geschah nach Informationen des Arbeitskreises nichts. Im Arbeitskreis Integration engagieren sich Menschen aus fünf Ländern für ein friedliches Miteinander von Deutschen und Ausländern.