Rote Zahlen und kleine Schritte

WAWERN. "Wir müssen eine Politik der ‚kleinen Schritte’ machen", dessen sind sich Ortsbürgermeister Hans Greis und die Ratsherren von Wawern sicher. Denn: Auch in diesem Jahr schreibt die Gemeinde rote Zahlen. Der Haushalt 2006 ist inzwischen beschlossene Sache.

Die Zahlen sprechen für sich: 510 500 Euro wird die Gesamtverschuldung der Gemeinde Wawern am Jahresende betragen - voraussichtlich, denn das Jahr hat gerade erst begonnen. Bei rund 620 Einwohnern errechnet sich daraus eine Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 823 Euro - Tendenz steigend. Für Wawerns Ortsbürgermeister Hans Greis und seine Kollegen vom Gemeinderat steht deshalb fest: "Wir müssen eine Politik der kleinen Schritte machen." Häuser können unterkellert werden

Unterdessen ist der Haushalt 2006 der Gemeinde Wawern beschlossene Sache. Genau 689 500 Euro stehen im Verwaltungshaushalt auf der Ausgabenseite. Bei erwarteten 389 200 Euro an Einnahmen bleiben 300 300 Euro offen. Darin enthalten ist ein Alt-Fehlbetrag aus dem Jahr 2004. 196 500 Euro Gesamtvolumen umfasst der Vermögenshaushalt, für dessen Umsetzung die Gemeinde 174 500 Euro aus Krediten benötigt. Nach Abzug von Zahlungen zur Tilgung bereits laufender Kredite ergibt sich somit eine Netto-Neuverschuldung von 152 500 Euro. Der mit Abstand dickste Brocken im aktuellen Maßnahmenkatalog ist das geplante Baugebiet "Beneförstchen". 120 000 Euro - knapp ein Drittel der vorgesehenen Gesamtkosten - will die Gemeinde im Jahr 2006 für Grunderwerb und Planung ausgeben. Inzwischen sei man dem "Spatenstich" ein gutes Stück näher gekommen, berichtete Ortschef Greis im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Unter anderem sollten Bodenproben klären, ob beispielsweise Häuser, die im "Beneförstchen" entstehen sollen, überhaupt unterkellert werden können, denn Wawern liegt in einem ausgedehnten Wasserschutzgebiet. Das Ergebnis sei positiv ausgefallen, so Greis. Das Baugebiet soll in der Nähe des Sportplatzes entstehen. Ein bereits vorhandener Spielplatz sowie ein Parkplatzgelände sollen in die Planungen einbezogen werden. Auch der Forstwirtschaftsplan der Gemeinde Wawern für das Jahr 2006 weist ein Defizit aus: 960 Euro beträgt das Minus nach Abzug der Ausgaben für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes (8035 Euro) von den Einnahmen aus dem Verkauf von Rohholz (7075 Euro). Dabei liegt laut Helmut Lieser, Leiter des Forstamts Saarburg, die Brennholz-Nachfrage im Ort weit über dem Angebot.Auf Nachtragshaushalt wird verzichtet

Unterdessen ist das Haushaltsjahr 2005 fast schon Geschichte. Erfreulich für die Gemeinde: Der errechnete Fehlbedarf im Verwaltungshaushalt verringert sich aufgrund von Veränderungen bei verschiedenen Posten unter dem Strich um 4400 Euro auf aktuell 287 000 Euro, wenngleich die Gemeinde vereinzelt mit Haushaltsüberschreitungen leben muss. Beispielsweise liegen die Aufwendungen für den Bereich Straßenentwässerung um 980 Euro über dem ursprünglichen Wert. Auch bei der Grundschulumlage war ein Ausgabenplus (2800 Euro) zu verbuchen. Haushaltsüberschreitungen seien als "eher normal" zu bezeichnen, relativierte Hans Greis. Auf die Aufstellung eines Nachtragshaushalts wolle man jedoch verzichten. Keineswegs verzichten wollte die Gemeinde hingegen auf eine höhere Hundesteuer für so genannte "gefährliche" Hunde. Nun liegen die Kosten für den ersten Hund bei 294 Euro pro Jahr. Insgesamt 438 Euro sind für zwei, maximal 588 Euro für drei oder mehr bellende Zeitgenossen mit großer Bisskraft zu entrichten.