Ruderboote bauen oder eine Kapelle renovieren?

Ruderboote bauen oder eine Kapelle renovieren?

Die Berufsbildende Schule in Saarburg-Beurig arbeitet seit 2009 mit dem Lycée Professionel Dominique Labroise in der französischen Partnerstadt Sarrebourg in Projekten zusammen. Jetzt ist die Unterstützung durch das EU-Programm "Interreg" ausgelaufen. Beide Partner wollen aber die Zusammenarbeit fortsetzen.

Saarburg. Stolz sitzen die Auszubildenden in der Berufsbildenden Schule (BBS) in Saarburg-Beurig auf den Ergebnissen ihrer deutsch-französischen Zusammenarbeit: Sitzmöbel für den öffentlichen Raum. Schreiner- und Metallbauklassen haben die Formen erarbeitet, die eine sich von Frankreich nach Deutschland schlängelnde Saar symbolisieren. Sie werden im lothringischen Sarrebourg und in Saarburg aufgestellt.
"Ich habe beim Austausch gemerkt, wie unterschiedlich die beruflichen Bildungssysteme sind", sagt Deborah Hild (21) aus Irsch. "Wir sind ab dem ersten Tag Schreiner. Die Franzosen lernen das alles in der Schule", erklärt Lukas Jung-Andreas (20) aus Trier.
Doch auch der Spaß während und nach der Arbeit kam an der Geschwister-Scholl-Schule und dem Lycée Professionel Dominique Labroise in Sarrebourg nicht zu kurz.
Die EU unterstützte den Austausch mit 20 000 Euro.
"Das Geld wurde für Reisen, Verpflegung und Übernachtungen gebraucht", sagt Hans Löber, Leiter der Fachkonferenz Holztechnik in Beurig. Jetzt will die Schule erneut einen Antrag stellen. "Auch wenn kein Geld fließt, machen wir weiter", ist Löber fest entschlossen.
Sprachbarriere hindert


Zwei Ideen für Projekte reifen bereits in den Köpfen der Pädagogen und Azubis: Entweder wird an jeder Schule ein Ruderboot gebaut oder gemeinsam eine Kapelle bei Sarrebourg renoviert.
Denn nicht nur Schreiner und Metaller sollen eingebunden werden, sondern auch Technische Zeichner und Kaufleute. "Diese Zusammenarbeit wird den Teilnehmern im Gedächtnis bleiben", ist Löber sicher. "So mancher Schüler blühte regelrecht auf und zeigte überraschendes Engagement."
Ein Problem stelle allerdings die Sprache dar, sagen die Projektleiter Michael Fisseni aus Saarburg und Bruno Halter aus Sarrebourg. Kulturelle, sportliche und vor allem kulinarische Angebote helfen zwar bei der Verständigung, doch die Sprache des Nachbarn sei bislang die Achillesferse der Projekte.
"Was fehlt, ist auch ein grenzüberschreitender Ausbildungsmarkt und Unterricht in der jeweiligen fachbezogenen Sprache des Nachbarn", findet der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster (CDU), der Gast des Projektabschlusses war.
"Wir brauchen in der Region qualifizierte Arbeitskräfte, denn der Bedarf wächst", sagt Landrat Günther Schartz und verspricht die Unterstützung.
Ob es jedoch wieder EU-Mittel gibt, steht noch nicht fest.
Nur der weiteren Unterstützung durch Saarburger Firmen kann sich die Schule sicher sein. doth