Rückkehr des Originals

REINSFELD. (urs) Im Rahmen der Vorbereitungen für die 1025-Jahr-Feier hat die Gemeinde Reinsfeld aus einer Not eine Tugend gemacht. Statt einen Baum zu fällen, hat die Gemeinde einen Kettensägenkünstler beauftragt, den verbliebenen Stamm mit dem Konterfei eines echten Dorf-Originals zu verschönern.

Ein wenig unbehaglich ist Gerhard Schirra das Ganze schon. Das hat er nun davon, dass er der Reinsfelder Gemeinde den Tipp mit dem Kettensägenkünstler Andreas Schwarz gab. Denn dem fiel offensichtlich keine bessere Idee für ein Motiv ein, als ausgerechnet den Auftragsvermittler selbst darauf zu verewigen. Daher staunen Spaziergänger dieser Tage nicht schlecht, wenn sie direkt gegenüber der neuen Lok das Reinsfelder Original "Bachisch Gerhard" zu erkennen glauben. Dabei ist der 71-Jährige doch eigentlich schon seit 1964 kein Reinsfelder mehr, sondern durch die Ehe mit einer Gusenburgerin fort gezogen. Doch wer einmal ein waschechtes Original war, der verbiegt sich eben nicht so mir nichts, dir nichts. Daher lässt "Bachisch Gerhard" in diesem Punkt nicht den geringsten Zweifel zu. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit beharrt er darauf: "Ich bin ein Reinsfelder geblieben - ich hab den Geburtsschein noch nicht verloren." Außerdem hat er als Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Wadrill und als Wildschadensschätzer der Verbandsgemeinde Hermeskeil nach wie vor oft in Reinsfeld zu tun. Ortsbürgermeister Rainer Spies ist von dem neuen "Original"-Kunstobjekt jedenfalls sehr angetan. "Und er hat einen richtigen Stumpen vor der Nase", schwärmt er davon, dass der Künstler auch an die nahezu unverzichtbare "bachisch-gerhardsche"-Zigarre gedacht hat.