Ruhestand? Das kennt der Rektor nicht

Ruhestand? Das kennt der Rektor nicht

Zehneinhalb Jahre hatte er den Chefposten in Konz inne: Mit der Auflösung der Hauptschule in die Realschule plus verabschiedet sich Rektor Karl Grundhöfer aus dem Schuldienst. Doch so ganz geht er noch nicht.

Konz. "Ich gehe noch immer gerne in die Schule", sagt Karl Grundhöfer. Er ist seit knapp 40 Jahren im Schuldienst und seit Dezember 1999 Leiter der Hauptschule in Konz. Doch am 30. Juni erhält er in einer Feierstunde sozusagen sein Abschlusszeugnis. Ab August ist für den 63-Jährigen Schluss mit dem Rektoren-Dasein. Dann geht er in den Ruhestand.

Von Freudenburg über Trier nach Konz



Grundhöfer kann auf eine Reise durch das Trierer Umland zurückblicken. Vier Jahre lang war er in Freudenburg, 17 Jahre in Saarburg, zwei Jahre in Trier und zuletzt vier Jahre als Konrektor an der Hauptschule Ehrang, bevor er nach Konz gekommen ist. "Das ist die schönste Schule hier", sagt er. Vor allem das Klima im Kollegium sei gut. Die Lehrer seien durch die Bank sehr hilfsbereit und engagiert. "Einer steht für den anderen ein", lobt er.

Dass er dies jemals aus der Sicht eines Rektors bewerten könnte, war für ihn zunächst kaum vorstellbar. "Ich wollte eigentlich nie Schulleiter werden, und schon gar nicht in Konz", sagt er. Er habe damals Kollegen in Konz gekannt, die Schule habe bereits einen guten Ruf gehabt, die Rektoren genossen einen hohen Stellenwert. Aus persönlichen Gründen gelangte er dennoch in die Saar-Mosel-Stadt und auf den Chefsessel der Hauptschule.

Viele Entwicklungen innerhalb der letzten Jahre



In den vergangenen knapp elf Jahren hat sich an der Schule einiges verändert. 2001 sind Arbeitsweltklassen für solche Schüler eingerichtet worden, die den Abschluss vermutlich kaum schaffen würden. Durch die Kooperation mit Betrieben werden sie dennoch recht erfolgreich in den Arbeitsmarkt vermittelt, zeigt Grundhöfers Erfahrung. Dank der Vorarbeit von Grundhöfers Vorgänger Bernhard Herbrand habe die Hauptschule 2003 den Schwerpunkt der Integration erhalten. Außerdem ist die Hauptschule seit 2004 eine Ganztagsschule in rhythmisierter Form - mit Klassen, die das Zusatzangebot auch am Vormittag nutzen. Damit sei die Hauptschule laut Grundhöfer "ein Muster für manche Nachbarschule" geworden. Zudem hätten sich die Kooperationen beispielsweise mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft in den vergangenen Jahren intensiviert. Und als klar gewesen ist, dass die Hauptschulen aufgelöst werden, haben die Konzer Real- und Hauptschule den freiwilligen Austausch von Lehrkräften praktiziert. Ein Versuch, der sich auszahle, sagt Grundhöfer. Denn demnächst steht die Zusammenführung der Real- und Hauptschule in die Realschule plus an. Der Zeitpunkt der Einführung hat sich an seinem Dienstende orientiert.

So ganz verloren geht den verbleibenden Pädagogen ihr Kollege vorerst nicht. Er werde der Schule in Computerfragen zur Seite stehen. "Man sagt mir nach, ich hätte Ahnung von EDV", sagt Grundhöfer, der sich selbst als "Computerfreak" bezeichnet. In der restlichen Zeit will sich der dreifache Vater vor allem seinem Hobby widmen: der Filmerei. Eins fehlt ihm dazu aber noch. Daher wünscht er sich als Abschiedsgeschenk eine Unterstützung zur Anschaffung seiner eigenen Videokamera.

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