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Ruwertal aktiv: Radler trotzen Rekordhitze

Ruwertal aktiv: Radler trotzen Rekordhitze

Temperaturen bis zu 38 Grad haben am Sonntag für einen verhaltenen Andrang beim Raderlebnistag Ruwertal aktiv gesorgt. Auf der Strecke zwischen Ruwer und Waldrach zählte die Polizei etwa 2000 Radfahrer. Viele Weinstände füllten sich erst gegen Abend.

Trier-Ruwer/Waldrach. Kein Wölkchen am Himmel und das Thermometer zeigt schon 29 Grad, als am Sonntag um 11 Uhr die Radfahrer im autofreien Ruwertal auf die Strecke gingen. "Vor zwei Jahren versank alles im strömenden Regen, heute ist es des Guten sogar zuviel", fand Bernhard Busch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer in Anspielung auf das Wetter. Mit Ruwerweinkönigin Laura Steffes gab der VG-Chef am Ruwerer Fischweg den Startschuss für den Raderlebnistag zwischen Ruwer und Waldrach. Für die Fahrer hatte er einen guten Rat parat: "Trinken Sie viel, aber besser nicht nur Ruwerwein."
Laut Polizei waren zwischen 11 und 19 Uhr rund 2000 Radfahrer, Wanderer und Inlineskater auf der für den Verkehr gesperrten Landesstraße 149 unterwegs. An der Strecke sorgten Winzer und Vereine aus Ruwer, Mertesdorf, Kasel und Waldrach mit 20 Ständen für die passende Verpflegung. Die Stände waren bereits am Samstag zum Auftakt des Weinstraßenfests geöffnet worden.
Am Sonntag hatten sich wegen der großen Hitze viele Besucher schon früh auf den Weg ins Ruwertal gemacht. "Wir sind heute Morgen von Waldrach durch die Weinberge hergewandert. Da waren die Temperaturen noch angenehm", berichtete Kuni Mertes, die am Stand der Weinmanufaktur Kasel ein Glas Riesling im Schatten genoss. Das Tagesmotto wörtlich genommen hatten die Musik-Organisatoren in Kasel: Die Gruppe Klimaschock spielte dort für die Besucher, die sich in den umliegenden Gasthäusern stärkten. Heiß war es auch für Uwe Settinger, der vor dem Schnitzelhaus am Grill stand: "Ich habe die doppelte Hitze, von oben und von vorne."
Für Abkühlung bei den Radlern sorgten die Mitglieder der VG-Jugendfeuerwehren. Am Wasgau-Parkplatz in Waldrach spritzte eine zwei Meter hohe Wasserfontäne in die Höhe - sobald sich Radfahrer näherten. Für Inge Kirsten aus Waldrach eine willkommene Erfrischung: "Es ist doch schön, dass die Sonne scheint - und warm ist uns jetzt auch nicht mehr."
Mit 2000 Radfahrern und Skatern auf der Strecke war diesmal deutlich weniger Betrieb als in den Vorjahren. 2011 nutzten 7000 Freizeitsportler die autofreie Piste. Dennoch seien die meisten Winzer "zufrieden", sagte Frank-Stefan Meyer, Vor sitzender des Vereins Ruwer-Riesling. Der Verein unterstützt die VG jedes Jahr bei der Organisation der Veranstaltung. Wegen der Hitze hätten sicher weniger Leute "Lust gehabt, sich zu bewegen", sagte Meyer. Die Weinstände seien jedoch schon am Samstagabend sehr gut gefüllt gewesen. "Das wird auch am heutigen Sonntag ab 21 Uhr so sein."
Die "schleppende" Beteiligung der Radfahrer sei "eindeutig auf die Hitze zurückzuführen", erklärte auch Organisator Günther Schuh von der Touristinformation Ruwer. Ein solches "Wetterextrem" habe es bei der Veranstaltung bisher nicht gegeben. Deshalb sei es für eine Auskunft über die Zukunft des Raderlebnistages "noch zu früh". Laut Polizei verlief der Tag "sehr ruhig, ohne Zwischenfälle". cweb
Extra

Oliver Holland-Moritz (38) aus Mertesdorf: "Es ist schön, dass wir mal in Ruhe mit den Kindern auf der Straße fahren können. Auf dem Radweg ist immer die Hölle los. Wir waren heute auch schon früh unterwegs - damit es den Kleinen nicht zu warm wird." Silke (44) und Luisa (10) Meyer mit Noah Stein (11) aus Waldrach: "Wir wollten wegen der Hitze erst gar nicht fahren. Aber die Leute machen sich so viel Mühe, das muss auch honoriert werden. Warm ist es zwar, aber mit Fahrtwind ist es noch angenehm." (cweb)/TV-Fotos (4): Christa Weber Sandra (39) und Nils (7) Kohlhaas aus Morscheid: "Wir sind von Waldrach nach Ruwer über die Straße gefahren, aber zurück haben wir den Radweg genommen. Der ist etwas flacher. Uns macht es richtig Spaß heute. Wäre sehr schade, wenn es Ruwertal aktiv irgendwann nicht mehr gäbe." Sabine Jung-Tücks (43) aus Schweich, René Lentz (50) aus Luxemburg: "Wir waren letztes Jahr auch dabei, da war aber deutlich mehr los. Vielen ist es wohl heute einfach zu heiß. Uns macht das nichts aus - der Fahrtwind kühlt und in der Trinkflasche sind Eiswürfel."