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Saar-Hunsrück-Steig soll auf Platz eins bleiben

Saar-Hunsrück-Steig soll auf Platz eins bleiben

Der Saar-Hunsrück-Steig soll seinen Status als schönster Fernwanderweg Deutschlands behalten. Damit er von den Juroren bei der Neubewertung im Mai 2012 noch mehr Punkte erhält, wird die Haupttrasse des 185 Kilometer langen Wegs an mehreren Stellen verlegt. Auch bei den dazugehörigen Traumschleifen soll sich die Qualität verbessern.

Hermeskeil/Morbach. Mit 58 von 100 möglichen Erlebnispunkten ist der Saar-Hunsrück-Steig (SHS), der von der Saarschleife bei Mettlach nach Trier oder Idar-Oberstein führt, Spitzenreiter unter den deutschen Fernwanderwegen. Der Rheinsteig folgt mit 51 Punkten auf Rang zwei. Doch auf diesen Lorbeeren, die die Experten vom Deutschen Wanderinstitut in Marburg dem SHS verliehen haben, können sich die Verantwortlichen im Projektbüro in Losheim nicht ausruhen. Denn, so dessen Leiter Achim Laub: "Wir werden bundesweit noch mehr Konkurrenz bekommen." So wird derzeit im Allgäu und im Schwarzwald an der Streckenführung für Fernwanderwege gebastelt.
Außerdem kommen die Fachleute aus Marburg im Mai 2012 wieder, um den SHS neu zu bewerten. "Unser Ziel muss es sein, den Weg noch attraktiver zu machen und bei deutlich über 60 Punkten zu landen", betont Laub.
Während die kürzlich beschlossene "Osterweiterung" nach Boppard am Rhein, die 2013 erfolgen soll, für das Urteil der Juroren noch gar keine Rolle spielt, sieht es bei der Verlängerung nach Westen anders aus. Bis Mai 2012 wird der rund 40 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Mettlach und Perl an der Mosel fertig sein. Doch auch auf der bisherigen SHS-Trasse wird an der Qualitätsschraube gedreht. Der 185 Kilometer lange Weg wird auf mehreren Passagen verlegt, um die Wanderer durch landschaftlich schönere Gebiete zu führen und sie von breiten Forstwegen oder gar asphaltierten Stücken auf schmale Trampelpfade zu lotsen. "Wir werden den bisherigen Verlauf des Steigs bis Mai 2012 auf circa 30 Kilometern verbessern", sagt Laub.
Ein Beispiel dafür ist die Verlegung des SHS im Bereich des Keller Stegs. Bisher führte der Weg von dort direkt durch das Lauschbachtal Richtung Gusenburg. Künftig geht es aber entlang der Wadrill und vorbei am markanten Felsenkopf "Frau Holle" bis kurz vor die Tore von Reinsfeld. "Das wird einer der schönsten Abschnitte auf dem gesamten Steig sein", ist sich Ortsbürgermeister Rainer Spies sicher. Laub geht davon aus, dass diese Passage von den Juroren mehr als 70 Punkte erhält. Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil hat kürzlich der Verlegung des SHS bei Reinsfeld, die etwa 4500 Euro kosten wird, einstimmig gebilligt. In der VG Thalfang wird die Strecke insbesondere im Bereich des Erbeskopf-Plateaus über neue Pfade geführt. Die neue Windklang-Skulptur am Gipfel wurde bereits mit Schildern in die SHS-Wegführung eingebunden. Von dort geht es dann auch für Wanderer die Skipiste runter Richtung Hunsrückhaus.
Im Bereich Morbach wird ein bekanntes Bauwerk, das bisher abseits der Strecke liegt, an den SHS angeschlossen. "Wir werden den Weg so umlegen, dass man später unter dem Hoxeler Viadukt durchwandern kann", sagt der Morbacher Fremdenverkehrsleiter Karl-Heinz Erz.
In enger Beziehung zum SHS stehen schließlich die sogenannten Traumschleifen. Diese Rundwege sind entweder direkt an den SHS angedockt oder sie befinden sich in seiner Nähe. Bisher gibt es 62 Traumschleifen. "Wir haben beschlossen, dieses Projekt bis Herbst 2013 auslaufen zu lassen, so dass wir am Ende etwa 80 Traumschleifen haben", sagt Laub. Für die Rundkurse, die noch neu hinzukommen, werden strengere Vorgaben gemacht (siehe Extra). Sie müssen künftig 60 statt bisher 50 Erlebnispunkte erreichen, um den Zusatz "Premium-Weg" zu erhalten. Eine weitere Voraussetzung für die neuen Rundkurse ist zudem, dass sich am Wegesrand oder zumindest in dessen unmittelbar Nähe ein gastronomischer Betrieb befindet. Bei den bestehenden Traumschleifen, die weniger als 60 Punkte haben, muss die Strecke bis zur nächsten Zertifizierung so verändert werden, dass auch sie diese Marke schaffen.
Extra

Traumschleifen: In der VG Hermeskeil gibt es zurzeit drei Traumschleifen - und zwar die Dollbergschleife bei Neuhütten (65 Punkte), der Rockenburger Urwaldpfad bei Beuren (58) und die Königsfeldschleife bei Geisfeld (60). Fest steht bereits, dass 2012 eine weitere, etwa acht Kilometer lange Traumschleife bei Reinsfeld dazukommen wird. In der VG Kell befinden sich die Ruwer-Hochwald-Schleife bei Hentern (80), der Schillinger Panoramaweg (51) und der Greimerath er Höhenweg (52). Laut Tourismus-Chefin Walburga Meyer ist eine vierte Traumschleife bei Waldweiler geplant. Auch in der VG Saarburg gibt es eine Traumschleife: den Kasteler Felsenpfad (74).ax