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Saar-Hunsrück-Steig wächst über sich hinaus

Saar-Hunsrück-Steig wächst über sich hinaus

Ein Kupferbergwerk, eine Keltensiedlung, römische Ausgrabungen: Für die Wanderer auf dem Saar-Hunsrück-Steig gibt es auf 410 Kilometern viele Besonderheiten zu sehen. Nun ist der Weg sogar noch ein gewaltiges Stück größer geworden. In einer Bewertung der besten Wanderwege Deutschlands dürfte sich das schon bald auszahlen.

Morbach/Boppard. Acht Jahre nach der Eröffnung des Saar-Hunsrück-Steiges zwischen Orscholz (Saar) und Idar-Oberstein mit Abzweig nach Trier hat sich nun die Länge von Deutschlands höchstbewertetem Fernwanderweg nahezu verdoppelt.
2013 wurde die Route bis Perl (Mosel) verlängert, jetzt ist Boppard am Rhein das Ziel der Fernwanderer. Auf 410 Kilometern schlängelt sich der Weg durch Wald und Flur, Höhen und Täler. Die heimatkundliche Eselsbrücke "Mosel, Saar, Nahe, Rhein schließen rings den Hunsrück ein" trifft für die geografische Einordnung des Steigs voll und ganz zu.
Beste Note


Mit 64 Erlebnispunkten hat das Deutsche Wanderinstitut den Saar-Hunsrück-Steig bei der Zertifizierung 2009 bewertet. Das ist bis heute die beste Benotung aller deutschen Fernwanderwege.
Diesen Spitzenplatz wird der verlängerte Steig bei der in einigen Monaten abgeschlossenen neuen Bewertung auf jeden Fall behaupten. Vielleicht sogar noch ausbauen, verriet Achim Laub vom Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig im saarländischen Losheim. Über eines sind sich die Wanderexperten einig: Der von Idar-Oberstein nach Boppard um gut 195 Kilometer verlängerte Steig untermauert den natürlichen Landschaftscharakter der Route. So liegt der Asphaltanteil auf der Strecke gerade mal bei fünf Prozent. Die naturbelassenen Wege machen 70 Prozent des Steigs aus.
Zudem erlebt der Wanderer auf der verlängerten Route auch zahlreiche Zeugnisse regionaler Kulturgeschichte, darunter das Kupferbergwerk Fischbach, das Besucherbergwerk Herrenberg, die Keltensiedlung Altburg, den Römerturm bei Dill, die Synagoge in Laufersweiler oder die römischen Ausgrabungen bei Mittelstrimmig. Dazu stoßen die Fernwanderer auf sehenswerte Burgen wie die Schmidtburg, die Burg Dill, die Balduinseck, die Kastellauner Burg, die Waldeck, die Ehrenburg, Schloss Schöneck und schließlich die Kurtrierische Burg in Boppard.
Es gibt noch weitere Besonderheiten des Steigs: Er verläuft zwischen Nonnweiler und Rhaunen über 30 Kilometer durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald, führt am Flughafen Hahn vorbei und bindet 15 hoch dekorierte Traumschleifen in die Wegeführung ein.
Feierliche Eröffnung


Ganz bewusst wurden die in Wanderkreisen bekannten klammartigen Täler Baybachtal und Ehrbachtal in den Steig integriert. So ist es auch kein Zufall, dass die offizielle Eröffnung des neuen Saar-Hunsrück-Steigs am Samstag in Morshausen, zwischen Baybachtal und Ehrbachtal gelegen, über die Bühne ging. Im Beisein von Edelsteinkönigin Sonja und begleitet vom stimmgewaltigen Männerchor Baybachtal wurden die Festredner nicht müde zu betonen, dass Deutschlands zweitlängster Fernwanderweg dem Tourismus in der gesamten Region zu neuen Höhenflügen verhelfen werde. Ministerin Eveline Lemke wie auch der Rhein-Hunsrücker Landrat Bertram Fleck lobten das Engagement der Bürger in den Ortschaften am Steig, die mit viel Eigenleistung den Boden für die hochwertige Wanderstrecke bereitet hätten. Das Wanderland Rheinland-Pfalz werde vom verlängerten Steig erheblich profitieren, zeigte sich Lemke überzeugt. "Der Wandertourismus wird auf eine neue Ebene gehoben", ergänzte Fleck. Wandern ist eben ein grenzenloses Vergnügen, wie Udo Recktenwald, Landrat des Kreises St. Wendel (Saar), kundtat. ww