Saarburg bewirbt sich nicht für Landesgartenschau 2022 - Saarburger Rat folgt Argumentation des Stadtchefs ohne Diskussion
Saarburg · Es war eine klare Sache: Einstimmig hat der Saarburger Stadtrat gegen eine Bewerbung zur Landesgartenschau 2022 gestimmt. Der Grund: Die bei der Bewerbung zu einer früheren Schau angedachten Ziele sind großteils schon erreicht oder auf den Weg gebracht.
Für die Stadt Trier war die Landesgartenschau 2004 die Möglichkeit, den Petrisberg mit seinen einst militärisch genutzten Liegenschaften zu einem schmucken Wohn- und Gewerbeareal zu entwickeln. Auch die Stadt Saarburg wollte einst ihre Kasernengelände auf der rechten Saarseite, das die Franzosen bis 2010 genutzt haben, mit Hilfe der Landesgartenschau (LGS) 2014 weiterentwickeln. Sie bewarb sich.
Doch es kam anders. Die Stadt Landau erhielt den Zuschlag und organisierte die LGS - nach Bombenfunden - erst 2015. Für die Saarburger kein Grund, Trübsal zu blasen. Im Gegenteil. Die Verwaltung fing an, die Ziele, die sie sich für die LGS gesetzt hatte, trotzdem umzusetzen. Dazu nutzte sie teilweise Fördertöpfe wie Aktion Blau oder seit vergangenem Jahr das Programm Stadtumbau Beurig.
Stadtbürgermeister Jürgen Dixius sagte am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung: "Alle Ziele, die wir mit der Landesgartenschau verfolgt haben, wurden angepackt, sind weitestgehend umgesetzt, oder wir sind daran, sie umzusetzen." Er untermauerte seine Bilanz mit der Aufzählung der vielen Projekte, die er gewohnt zügig präsentierte. Dazu zählen die abgeschlossenen Projekte wie die Renaturierung der Leuk, die Neugestaltung des Stadteingangs Leuktal, die rund 100 Seniorenwohnungen, die an der Boorwiese und im Wiesenweg entstanden sind, und der Bau des Sportstadions im Kammerforst.
Klostergarten und Kasernenareal
Fast fertige oder geplante Vorhaben sind in diesem Zusammenhang die Sanierung der Burganlage, die neuen Parkplätze am Schulzentrum in Beurig, die gerade gebaut werden, die geplante Zufahrt im nördlichen Teil von Beurig, der ebenfalls geplante Klostergarten an der Kirche St. Marien, die Entwicklung der Cité Süd, die Umgestaltung des Bahnhofsbereichs und des Kasernenareals, auf dem unter anderem das Schulungszentrum für den Bundesfreiwilligendienst und ein Neubaugebiet entstehen sollen.
Dixius appellierte an die Ratsmitglieder, die Entwicklung wie geplant fortzuführen und auf eine Bewerbung für die LGS 2022 zu verzichten, zumal die für eine LGS nötigen 15 Hektar nicht mehr zur Verfügung stünden. Genauso flott wie der Bürgermeister mit seiner Aufzählung war der Rat mit seinen Stellungnahmen durch. Gabriele Thebach (CDU) sagte, dies sei die einzig vernünftige Vorgehensweise. Die Entwicklung würde durch eine neuerliche Bewerbung eher blockiert. Edith van Eijck (SPD) meinte: "Wir brauchen die Landesgartenschau nicht." Die Stadt habe sich auch so gut entwickelt.
meinung
Hut ab!
Marion Maier
Von Sportstadion bis zur Umnutzung des einstigen Kasernengeländes der Franzosen - die Liste der Projekte, die in der Stadt Saarburg in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt wurden, ist lang - beindruckend lang. Dabei geht es teilweise um millionenschwere Projekte. Dennoch macht die Stadt mit Jürgen Dixius an der Spitze nicht einfach neue Schulden, sondern nutzt geschickt Förderprogramme für ihre Zwecke. Hut ab vor dieser Leistung. Das einstige Motto für die Landesgartenschaubewerbung 2014 "Saarburg blüht auf" scheint in Erfüllung zu gehen - nur eben ohne LGS.
m.maier@volksfreund.de