Saarburg für weitere Flüchtlinge gerüstet - 550.000 Euro für Renovierung der Famo-Kaserne
Saarburg · Der erste Teil der Famo-Kaserne in Beurig ist so gut wie fertig renoviert. Zwei weitere Gebäude sollen im kommenden Jahr auf Vordermann gebracht werden. Damit sind Stadt und Verbandsgemeinde Saarburg in Sachen Flüchtlinge laut Bürgermeister Jürgen Dixius gut für das kommende Jahr aufgestellt.
Saarburg. Keine finanzielle Belastung für die Stadt - das versprach Bürgermeister Jürgen Dixius im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen in der Famo-Kaserne an der Irscher Straße in Beurig in der vergangenen Stadtratssitzung. Drei Gebäude werden dort für Asylsuchende renoviert, eins davon ist fast fertig. Die Investitionen in die Häuser sollen laut Stadtbürgermeister durch die Vermietung wieder reinkommen. Dixius dürfte es bei diesem Handel nicht schwerfallen, den Überblick zu behalten. Denn die Stadt, die unter seiner Ägide steht, vermietet die Gebäude an die Verbandsgemeinde - deren Chef er ebenfalls ist. Die Verbandsgemeinde wiederum erhält das Geld für die Miete vom Kreis und der Kreis bekommt die Mittel von Bund und Land.
Für das erste Gebäude der Famo-Kaserne, das seit 2010 leer steht und dessen Renovierung so gut wie abgeschlossen ist, veranschlagt die Verwaltung die Ausgaben mit rund 300 000 Euro. Für die beiden weiteren Immobilien, die 2016 erneuert werden, rechnet sie mit zusammen 250 000 Euro. Macht insgesamt 550 000 Euro.
Im nun fast fertigen Teil der Famo-Kaserne können je nach Familienstand um die 85 Menschen untergebracht werden. Wann die nächsten Flüchtlinge nach Saarburg kommen, ist derzeit unklar. Zusammen mit den beiden anderen beiden Häusern, die 2016 renoviert werden sollen, könnten im kommenden Jahr bis zu 150 Menschen auf dem Kasernengelände wohnen. Laut Dixius kommen Häuser und Wohnungen in den Ortsgemeinden für weitere 40 bis 50 Flüchtlinge hinzu.Kapazität verdoppelt
Mit Blick auf das kommende Jahr sagte Dixius: "Wir werden die Aufnahmekapazität 2016 im Vergleich zu diesem Jahr fast verdoppeln. Damit sind wir gut aufgestellt."
Zum 23. Dezember leben laut Bürgermeister 231 Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Saarburg, davon 129 in der Stadt Saarburg. Sie werden ehrenamtlich von der Initiative "Fit für Flüchtlinge", die rund um das Bündnis für Familien aufgebaut wurde, betreut. Die Initiative war Anfang November vom Bundesumweltministerium für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe im ländlichen Raum ausgezeichnet worden (der TV berichtete am 4. November). Bei der Betreuung der Flüchtlinge in der Famo-Kaserne wird laut Dixius künftig die Caritas zusteigen. Eine Art Hausmeister und Sozialarbeiter würden dort eingesetzt. Das A und O sei weiterhin, dass die Flüchtlinge die Sprache lernten.
Dixius sagte in der Stadtratssitzung außerdem: "Ich denke, dieser Weg ist der richtige. Der Abriss der Gebäude und das Aufstellen von Containern, die einst diskutiert wurden, hätten nicht in den zeitlichen Ablauf gepasst." Die Container-Lösung wäre mit Kanal- und Elektroarbeiten zudem teurer geworden.
Dixius wies zudem daraufhin, dass bei der Renovierung, wo immer es ging, Material wieder verwendet wurde. So stammen die Elemente für eine Gemeinschaftsküche aus einem anderen, ebenfalls seit 2010 leer stehenden Gebäude auf dem Kasernengelände. Gemeinschaftsbäder und -duschen wurden hingegen neu eingerichtet.
Auf der Freifläche vor dem Famo-Gebäude sollen ein Spielplatz und ein Basketballkorb errichtet werden. Einstimmig hat der Stadtrat den Plänen der Verwaltung zugestimmt. Die Mittel werden entsprechend in den Haushalt eingestellt.