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Tourismus: Saarburg plant neue Touristen-Attraktion

Tourismus : Saarburg plant neue Touristen-Attraktion

Mit der Bedeutung der Urlaubsgäste für die Wirtschaft hat sich der Kulturausschuss der Stadt unter anderem beschäftigt. Dabei ging es auch um die Reaktivierung eines einzigartigen Denkmals am Wasserfall.

Die Liste der Themen im Kulturausschuss der Stadt Saarburg ist lang, aber hat es in sich. Nicht nur geht es bei vielen Projekten voran. Auch zur Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor für die Region Saar-Obermosel gab es interessante Einblicke.

Tourismus-Studie  Eindrucksvolle Zahlen und deren Interpretation präsentiert Stefanie Koch, Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik. Im Vorjahr war laut Koch eine Agentur beauftragt worden, neben den Tourismuszahlen des statistischen Landesamts für 2018 auch die Auslastung bei Wohnmobil- und Campingplätzen und die Zahl der Tagestouristen auszuwerten. Das Ergebnis: Rund 3,2 Millionen Tagestouristen waren 2018 im Bereich der Saar-Obermosel-Touristik (ehemalige Verbandsgemeinde Saarburg und Verbandsgemeinde Konz mit 56 000 Einwohnern) zu verzeichnen. Darüber hinaus meldeten die Beherbergungsbetriebe 555 000 Übernachtungen.

Wichtig sei zudem gewesen, sagte Koch, mit Hilfe der Studie zu zeigen, wer wie von diesen Gästen profitiere. Der Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Region lässt sich demnach mit knapp 126,5 Millionen Euro quantifizieren. So geben die Tagestouristen laut der Studie im Schnitt fast 27 Euro pro Tag aus (gesamt: 85 Millionen Euro), Gäste in Hotels hingegen schon 94 Euro (27,6 Millionen Euro). Ziel müsse es daher sein, noch mehr Übernachtungen zu generieren.

Die Betten in Hotels seien knapp, deshalb plädierte Koch, auch im Hinblick auf das geplante Hotel auf dem alten Toom-Gelände in Beurig, vehement für eine Erweiterung der Kapazitäten. „Tourismus ist nicht nur übernachten, essen und trinken. In der Wertschöpfungskette profitieren auch Einzelhandel und Dienstleister“, sagte die Tourismus-Chefin. Rund 2000 Arbeitsplätze hingen direkt an diesem Wirtschaftszweig. Allein aus der Mehrwert- und Einkommenssteuer resultierten zirka 11,7 Millionen Euro.

Attraktion am Wasserfall Wichtig sei daher auch die beabsichtigte Reaktivierung der seit zwei Jahren abgeschalteten und im Amüseum gelagerten Turbine zur Stromerzeugung am Saarburger Wasserfall. „Das ist ein einmaliges Denkmal der Wasserkraft seit über 100 Jahren und hat musealen Charakter“, sagte Ewald Kölling, der Vorsitzende des Museumsvereins. Rund 100 000 Euro kostet wohl die Instandsetzung. Der Kulturausschuss war sich einig, dies über Spenden, Zuschüsse und Haushaltsmittel zu finanzieren.

Kultur Jedes Jahr gibt die Stadt Saarburg einen höheren sechsstelligen Betrag für kulturelle Veranstaltungen aus. Verantwortlich ist im Rathaus Sandra Gehlen, die einen Überblick über aktuelle Veranstaltungen, Einrichtungen und Projekte gab: Alle Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. Dezember verboten. Kleinere Vereinsfeste, Shoppingevents, Konzerte und Ausstellungen konnten und können im Rahmen der Coronaverordnung stattfinden. Ob und wie der Christkindlmarkt ablaufen könnte, stehe noch in den Sternen. Das Amüseum hat  – trotz Corona – einen Anstieg auf weit über 1000 Besucher zu verzeichnen (2018: etwa 900; 2019: etwa 800), beim Mühlenmuseum sind die Zahlen rückläufig. Das Haus der Vereine wird gut genutzt, ebenso die Erlebnisbücherei. Eine Museumskarte gemeinsam mit der Kulturgießerei sei geplant.

Ausbau der Kitas und Spielplätze Laut Verwaltung soll die Betreuung über die Mittagszeit gemäß dem Kita-Zukunftsgesetz ausgebaut werden. Die Kita Blümchesfeld soll um zwei Integrative Gruppen für Kinder mit Beeinträchtigungen erweitert werden (121 000 Euro Eigenanteil der Stadt bei Gesamtkosten von 990 000 Euro). Der Spielplatz in Niederleuken ist fertiggestellt, die Planungen für die Plätze am Mehrgenerationenhaus am Cityparkplatz und den Park im Kirtel in Beurig sind vorbereitet. Außerdem steht noch ein Budget für Kunst am Bau an Kita und Grundschule St. Marien zur Verfügung. Hier beschloss der Ausschuss die Anschaffung von drei lebensechten Kinder-Skulpturen der französischen Künstlerin Monique Mol, die durch Ausstellungen in Saarburgs Partnerstadt Sarrebourg bekannt ist. 30 000 Euro gibt es dafür als Zuschuss, 10 000 Euro werden aus nicht beanspruchten Mitteln aus dem Haushalt bestritten.