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Saarburg schafft Platz für Handwerk und Industrie

Saarburg schafft Platz für Handwerk und Industrie

Platz für 50 Gewerbe- und Industriebetriebe in der Nähe vom Saarland und von Luxemburg: Im Saarburger Stadtteil Beurig soll ein neues Gewerbegebiet (Irscher Straße II) nach 17 Jahren Planung aus dem Boden gestampft werden. Widersprüche von Grundstückseigentümern hatten den Ablauf des Planungsverfahrens lange verzögert.

Saarburg. "Bis auf die letzte Parzelle verkauft ist das etablierte Gewerbegebiet", erklärt Markus Guthörl, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wirtschaftsförderung im Trierer Tal. Das hofft er auch für das neue Projekt: Seit 17 Jahren plant die Entwicklungsgesellschaft im direkten Anschluss die Erschließung eines weiteren 47,4 Hektar großen Areals: das Gewerbegebiet Irscher Straße II zwischen der B 51 und B 407 im Stadtteil Beurig.
Eine lange Zeit mussten sich Gewerbetreibende, die einen Standort in Saarburg suchten, gedulden. Als Grund für die immens lange Planungszeit nennt Guthörl Bedenken und Widersprüche der Grundstückseigentümer im Planungsverfahren: "Einige Anwohner und Eigentümer hatten andere Interessen. Die hätten es lieber gesehen, wenn da ein Wohngebiet entstehen würde." Doch die Stadt Saarburg hatte 1996 im Rat beschlossen, das vorhandene Gewerbegebiet um eine weitere Fläche zu ergänzen.
Sich mit den Grundstückseigentümern zu einigen, sei nun bis auf einen gelungen. Das Gelände des letzten Grundbesitzers, der sich gegen das geplante Gewerbegebiet sträube, liege am Rand des Areals und sei für den ersten Bauabschnitt nicht von Bedeutung. "Es wird auch dringend Zeit für neue Flächen", so Guthörl. Gewerbetreibende, die sich neu ansiedeln oder ihren Betrieb vergrößern möchten, würden mittlerweile großen Druck ausüben. "Wir haben bereits mehrere Interessenten wie einen Dachdecker, einen Internethändler, ein Busunternehmen und einen Kelteranlagenbauer."
Stadtbürgermeister Jürgen Dixius ist erleichtert, dass das Projekt nach so langer Zeit endlich zu einem Abschluss gekommen ist: "Jetzt können wir endlich mal Flächen bewerben und Unternehmen anbieten." Trotzdem käme man nun für einige große Betriebe, die sich indessen in der umliegenden Region angesiedelt hätten, zu spät.
Dennoch ist sich Guthörl sicher, dass der Bedarf in Saarburg groß genug ist und der Zweckverband die 50 Parzellen im neuen Areal vermarktet bekommt - vielleicht schon innerhalb der nächsten fünf Jahre. Auch wenn das neue Areal doppelt so groß ist wie das Industriegebiet Irscher Straße I, in dem bereits 35 Betriebe mit 195 Arbeitsplätzen angesiedelt sind. Der besondere Vorteil des Standortes sei die verkehrsgünstige Lage an der "Einflugschneise" zu den Nachbarn in der Westpfalz, im Saarland oder im angrenzenden Luxemburg. "Es gibt genug Unternehmen, die ihre Fühler in diese Richtungen ausstrecken wollen", sagt Guthörl.Betriebe stehen in Startlöchern


Ein heute ebenso entscheidendes Kriterium, das bei der Vermarktung von Gewerbeflächen zentral sei, heißt Internetbandbreite: "Hier hat uns der Anbieter Kabel Deutschland eine Übertragungsgeschwindigkeit von 32 Megabyte pro Anschluss versichert", sagt Guthörl.
Was der Quadratmeter in der Irscher Straße II genau kosten soll, könne erst nach der Erschließung genau taxiert werden. Guthörl kalkuliert jedoch mit einem Verkaufspreis von 25 bis 26 Euro. Erste Betriebe hätten bereits Baugenehmigungen beantragt, obwohl noch die Kanal- und Asphaltierarbeiten zur Erschließung des Geländes ausstehen.