Saarburg wird 1050 Jahre alt

Der Grundstein für die Saarburg wurde im Jahr 964 nach Christi Geburt vom Grafen Siegfried gelegt. Im Tausch für Land rund um Echternach erhielt er vom Kloster St. Maximin die Flächen an der Saar, wo sich heute die Stadt Saarburg erstreckt.

Saarburg. Mehr als 10 000 Gäste säumten die Graf-Siegfried-Straße, als vor 49 Jahren der Festumzug durch die Stadt rollte. Gefeiert wurde gemeinsam mit der Deutschen Weinkönigin und der Saar-Weinkönigin Hildegard I. Der Trierische Volksfreund berichtete damals: "Der Festumzug anlässlich der Jahrtausendfeier in Saarburg fand nach einhelliger Meinung der Gäste hohe Anerkennung. Der Regie gebührt für Motiv und Ausstattung Lob und Dank. Man hatte dem Zug ein zum Charakter des Festes passendes Thema gewidmet. Kein Wagen und keine Gruppe wiesen kitschige Herrichtungen aus." Nur wenige Tage zuvor unterschrieb der Bürgermeister von Saarburgs Partnerstadt Sarrebourg, Alphonse Stock, in Saarburg die Partnerschaftsurkunde. Dieser Vertrag, der für Saarburg von Bürgermeister Herbert Lorenz gegengezeichnet wurde, war der offizielle Startschuss der zweitältesten deutsch-französischen Städtepartnerschaft, älter ist nur die zwischen Ludwigsburg (Baden-Württemberg) und Montbéliard (Département Doubs) war älter. Auf dem Hintergrund des Fotos, das seinerzeit im TV abgedruckt wurde, ist das erst kurz zuvor gegründete Saarburger Kammerorchester zu sehen. Nur wenige Wochen vor Jahresende ist vom Rathaus zu diesem Doppeljubiläum wenig zu hören. Auf TV-Anfrage lässt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius mitteilen, dass für das kommende Jahr eine 1050-Jahr-Feier geplant sei. Er könnte sich vorstellen, dass die Veranstaltung zeitgleich zur Saarburger Laurentiuskirmes am zweiten Augustwochenende läuft.Zur Erinnerung: Die Laurentiuskirmes war bis vor wenigen Jahren ein beliebtes, dreitägiges Volksfest rund um die Laurentiuskirche. Geblieben ist seit zwei Jahren allein das einen Tag lang gefeierte Patronatsfest der Pfarrgemeinde St. Laurentius.Vereine planen mit

In die Festvorbereitungen eingebunden sind die Vereine der Stadt. Ein erstes Koordinationstreffen hat es im Juni gegeben. Doch seitdem ist nicht mehr viel passiert. Auf Nachfrage hieß es Ende August, dass für Mitte Oktober ein weiteres Treffen der Stadtspitze mit den Vereinen geplant sei, um die Planungen zu intensivieren. Seitdem herrscht Funkstille.Zwischenzeitlich plant eine Gruppe Gästeführer, eine Reise durch 1050 Jahre Stadtgeschichte szenisch umzusetzen. Mit dabei sind beispielsweise Graf Siegfried, Elisabeth von Sierck und die Glockengießerfamilie Mabilon. Erinnert werden soll auch an den Bombenangriff auf die Stadt Saarburg am 23. Dezember 1944.Meinung

Stadtgeschichte lockt KapitalDrei historische Momente, die die Stadt bis heute prägen, werden momentan auf Sparflamme geköchelt: Vor 1050 Jahren übertrug Bischof Heinrich von Trier dem Grafen Siegfried einen Hügel am Fluss, der die Keimzelle der Stadt ist. Vor 70 Jahren bombardierten die Alliierten den Bahnhof; dabei zerstörten sie Teile der Unterstadt und die Laurentiuskirche. Vor 50 Jahren unterschrieben die Bürgermeister von Saarburg und Sarrebourg eine Partnerschaftsurkunde - 19 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs war es nicht selbstverständlich, dass sich Deutsche und Franzosen die Hände reichten. Im Rathaus wird derweil überlegt, wie man mit dem Thema Stadtjubiläum umgehen kann. Über ein Konzept wird nur zurückhaltend kommuniziert. Das ist schade. Denn so ein Fest könnte die Stadt über die Grenzen der Region hinaus bekanntmachen. Die Stadtgeschichte ist das Kapital, mit dem sich Touristen an die Saar locken lassen, die dann hier ihr Geld ausgeben. a.schumitz@volksfreund.deExtra

Graf Siegfried und der Trierer Erzbischof Heinrich schlossen am Lambertstag (17. September) 964 folgenden Vertrag: "Aus dieser Überlegung heraus habe ich, Siegfried, mit dem Erzbischof Heinrich von Trier eine Übereinkunft getroffen und ihm einen Teil meines Eigentums in dem Dorfe Odowinesluica gegeben, das im Saargau liegt. Von meinem Eigentum im Bidgau habe ich ihm einen Hof von 73 Morgen Ackerland und Wiesen gegeben. Durch gesetzliche Übertragung habe ich zur Nutznießung aus dem Eigentum des heiligen Petrus von dem Vogt Huodilbert einen Hügel bekommen, der in derselben Mark Bidgau liegt. Früher wurde er Churbelun genannt, jetzt aber Saarburg; er liegt an dem Flusse Saar. Ferner habe ich erhalten sechs Stücke Land, die in dem Dorfe Leuken liegen." Quelle: Saarburg - Geschichte einer Stadt Bd. 1, Herausgeber: Stadt Saarburg, 1991, S. 42 f.

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