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Kommunalpolitik: Saarburger Hotelprojekt: Vertrag regelt Gebäudehöhen

Kommunalpolitik : Saarburger Hotelprojekt: Vertrag regelt Gebäudehöhen

Der Saarburger Stadtrat hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ein Hotel und Wohnhäuser in Beurig gebaut werden dürfen. Der Stadtbürgermeister informiert, welche Zusatzvereinbarungen getroffen wurden.

(mai) Einstimmig hat der Saarburger Stadtrat die Entscheidungen getroffen, die den Bau eines Hotels in Beurig ermöglichen (der TV berichtete). Konkret hat das Gremium der Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt, der das Areal des ehemaligen Toom-Markts zur Hälfte als Sonderbaufläche mit den Zweckbestimmungen Hotel und Ferienwohnungen sowie zur Hälfte als Wohnbaufläche definiert. Zudem hat der Rat den Bebauungsplan verabschiedet.

Stadtbürgermeister Jürgen Dixius hat in der Ratssitzung außerdem über einen städtebaulichen Vertrag informiert, der mit dem Investor, der Firma Ruppert aus Esch, geschlossen wurde. Demnach wurden darin die Höhen der Wohngebäude auf maximal 9,05 Meter festgelegt, einem Wert, der niedriger ist als die Bebauungsplanvorgaben. Beim Hotel bleibe es bei maximal 10,90 Meter in den äußeren Flügeln. Der flache Teil werde sieben Meter hoch. Dixius: „Damit wird nicht höher gebaut, als die meisten Leute in der Schodener Straße gebaut haben.“ Den Forderungen der Projektgegner sei der Investor so entgegengekommen.

Dixius sagt zudem, es sei vereinbart worden, dass mit dem Hotelbau begonnen sein müsse, bevor mit der Wohnbebauung losgelegt werde. Auf TV-Nachfrage erklärt Dixius: „Dies ist nichts Neues, das wurde bereits im Kaufvertrag vereinbart.“ Beide Auflagen würden ins Grundbuch eingetragen.

Dixius weist im TV-Gespräch darauf hin, dass bereits seit mehr als 35 Jahren versucht werde, ein größeres Hotel in Saarburg anzusiedeln. Dafür hätten seine Vorgänger bereits gekämpft, nun könne man das Ziel erreichen. Die Planer seien so weit wie möglich den Wünschen der Anwohner entgegengekommen. Dixius führt aus, dass mit einem solchen Hotel Kongresse in der Stadthalle möglich seien. Die Halle sei für diese Veranstaltungen konzipiert worden. Stefanie Koch, Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik, ergänzt: „Wir haben immer wieder Nachfragen nach einem Hotel mit Wellness und ähnlichem in Saarburg. Auch die Weingüter fragen für ihre Kundschaft immer wieder nach solch einem Haus.“ Bislang müsse man all diese Interessenten nach Trassem verweisen.

Klaus Maaßen, Sprecher der Bürgerinitiative, die sich gegen das Projekt ausgesprochen hat, sagte zum Ratsbeschluss: „Ich sehe es durchaus positiv, dass zwei Zusatzvereinbarungen getroffen wurden und man uns so entgegen gekommen ist.“ Doch habe sich die Gesamtsituation nicht groß verändert. Die Wunschhöhe habe einen Meter niedriger gelegen. Die Initiative kritisiert zudem, dass weiterhin drei 45 Meter lange Blöcke gebaut würden. Zu einer möglichen Klage sagt Maaßen: „Wir werden das Ergebnis prüfen und unter den Anwohnern sowie mit unserem Rechtsanwalt besprechen.“

Das mehr als 20 Millionen Euro teure Projekt der Firma Ruppert umfasst ein Hotel mit 64 Zimmern und einem Wellnessbereich. Zudem sollen 15 Ferienwohnungen, Gebäude mit 62 Wohneinheiten sowie eine gemeinsame Tiefgarage entstehen. Der Entwurf für das Projekt stammt vom vielfach ausgezeichneten Mailänder Architekten Matteo Thun.