Saarburger Kulturgießerei beteiligt sich an belgischem Wandteppich

Kulturgiesserei : Liebesgeschichte soll 13 Länder verbinden: Saarburger Kulturgießerei beteiligt sich an belgischem Wandteppich

Als einzige deutsche Institution wird sich die Kulturgießerei in Saarburg an den Arbeiten für einen belgischen Wandteppich beteiligen. Das Werk soll eine besondere Geschichte illustrieren.

(red) Das französische Gedicht „Floire et Blanchefleur“ erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen einem christlichen Mädchen und einem muslimischen Jungen. Die Liebesgeschichte wurde in ihrer Zeit ein Bestseller in ganz Westeuropa und und in 13 Sprachen übersetzt. Sie wurde in viele mittelalterliche Gedichte, Lieder und Erzählungen übertragen.

Weil nicht jeder Freude am Lesen hat, die Geschichte aber wieder bekannt gemacht werden soll, hat die gemeinnützige Organisation Hallekin aus Assenede in Belgien ein internationales Projekt gestartet, bei dem die Kulturgießerei in Saarburg Deutschland vertritt. Die Organisation will die antike Liebesgeschichte in einem gestickten Wandteppich mit farbiger (englischer) Wolle auf (belgischem) Leinen veranschaulichen. Die mittelalterliche Geschichte wird in 85 Szenen erzählt. Für die meisten Szenen wurde eine Zeichnung angefertigt, die mit Hilfe eines Leuchttisches auf das Leinen übertragen wurde.

Ziel ist es, mindestens zwei Motive in jedem der 13 Länder zu verwirklichen, in dessen Sprache die Geschichte übersetzt wurde, um die internationale Bedeutsamkeit dieses historischen Werks zur Geltung zu bringen. Stickerinnen aus Frankreich, Deutschland, England, Spanien, Italien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Island, Griechenland, der Tschechischen Republik, Belgien und den Niederlanden werden sich also an dem Projekt beteiligen.

Annie De Smet und Marc De Smet, die Projektorganisatoren aus Assenede, haben die Saarburger Kulturgießerei besucht, um mit der dort ansässigen Stickgemeinschaft zusammen die Motive, die in Saarburg gestickt werden sollen, zu besprechen und die nötige Wolle zu übergeben.

Das länderübergreifende Gemeinschaftsprojekt steht für Toleranz und für Vielfalt ganz nach dem Motto der Kulturgießerei. Koordiniert wird es in Saarburg von Saman Ghasemloo-Nedzipovski, der Dialogbotschafterin des Lokalen Bündnisses der Verbandsgemeinde Saarburg. Nach Beendigung des Projektes wollen die Saarburger Frauen nach Assenede reisen und sich das gesamte Werk ansehen. Der mehr als 300 Fuß lange Wandteppich wird in Assenede sowie an Schulen, in Kulturzentren, Museen oder anderen Einrichtungen in Belgien und auch außerhalb des Landes ausgestellt.

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