Saarburger sagen Pastor Leick ade

Saarburger sagen Pastor Leick ade

Nun ist es endgültig: Pastor Peter Leick hat mit den Saarburgern seine letzte Messe dort gefeiert. Der Gottesdienst war ungewöhnlich fröhlich. Mit den besten Wünschen geht Peter Leick nun ins Saarland.

Saarburg. Pastor Peter Leick greift nach einem Mikrofonständer, den er den Kindern der Kita St. Laurentius auf die Stufen vor dem Altar stellen will. Die Kleinen möchten sich mit guten Wünschen für die Zukunft bei ihm bedanken. Doch das Kabel des Mikrofons hat sich kunstvoll um den Fuß von Kooperator Przemyslaw Nowak geschlungen. Der rollt mit den Augen und kann sich kaum auf den Beinen halten, als Pastor Leick das Mikro mit Verve vor dem Altar platziert.
Es ist alles andere als eine staatstragende Abschiedsmesse mit finsteren Mienen. Selten hat man in einem Gottesdienst so viele schmunzelnde und herzhaft lachende Menschen gesehen wie in der Saarburger St. Laurentiuskirche. Das dürfte ganz im Sinne von Pastor Peter Leick gewesen sein, der seiner Gemeinde gestern endgültig "Auf Wiedersehen" sagte.
Mit einem bunten Windrad in der Hand erinnert er sich an seinen Start in Saarburg. Sieben Flügel hat das Windrad, das er bei seinem Amtsantritt vor elf Jahren bekommen hat. "Sieben ist die Zahl der Vollkommenheit. Und sieben Pfarreien gibt es heute in unserer Pfarreiengemeinschaft", sagt Pastor Leick. Er verlässt eine Gemeinde, die ihren Pastor ungewöhnlich tief ins Herz geschlossen hat. "Es fällt mir nicht leicht, diesen Dienst hinter mir zu lassen. Vieles haben wir gemeinsam erlebt. Dafür bin ich Ihnen zutiefst dankbar."
Eine Vase mit Erde aus allen sieben Pfarreien ist eines der zahlreichen Geschenke. Sie möge den Boden des neue Pfarrgartens aufbessern. Die Saarburger lassen ihren Pastor mit einem Augenzwinkern gehen. Viel Protest hatte es gegeben, nachdem sein Wechsel ins saarländische Wadgassen bekannt geworden war (der TV berichtete). Inzwischen scheinen sich die meisten damit arrangiert zu haben.
Leick bedankt sich für die vergangenen Jahre bei den Vertretern der Vereine: "Sagen Sie den Gruppen, dass es gut war." Die Worte sind so einfach und doch so aufrichtig. Applaus brandet auf. Teile der Predigt hält Pastor Leick auf Platt. Der direkte Draht zu den Menschen, seine Offenheit und die Leichtigkeit, die er die Menschen spüren ließ, hatten ihn so beliebt gemacht.
Stadtbürgermeister Dixius macht deutlich, dass der Pastor jederzeit willkommen ist: "Wir sagen Auf Wiedersehen. Und das ist auch genau so gemeint." Verbandsbürgermeister Leo Lauer sagt: "Nur Sie schaffen es, am gleichen Tag eine Kirche und auch noch die Stadthalle zu füllen." In der Stadthalle waren für den Pastor nach der Messe noch zahlreiche Hände zu schütteln.
Etwas gehetzt, aber nicht unglücklich, wirkt er am Abend. "Stressig war\'s", sagt Peter Leick. Ob sich die Menschen mit seinem Abschied abgefunden haben? Der Pastor sagt es schmunzelnd auf seine Art: "Die Leute sind froh, dass sie mich los sind." Die Leute sind froh, dass er da war.

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