Saarburger Serenaden: Zehn Jahre Magie der Musik

SAARBURG : Saarburger Serenaden 2019: Zehn Jahre Magie der Musik

Katie Broyles aus Chicago ist 27 Jahre alt und ihr Instrument ist das Fagott. „Ich will meine Fähigkeiten erweitern und das mit Stücken, die ich vorher nicht kannte“, erklärt sie dem TV am ersten Abend der Saarburger Serenaden, die bis zum 28. Juli zum 10. Mal in der Stadt gastieren.

Der besondere Reiz, den Festivalleiter Semyon Rozin, seinen jungen, internationalen Gästen vermittelt, ist nicht nur, sich in kürzester Zeit ein unbekanntes Stück Musik zu erarbeiten, sondern vor allem auch, dies mit Menschen zu tun, die man ebenfalls nicht kennt. „Das hilft sehr, sein Instrument zu perfektionieren“, weiß Xu Yujie, ein 17-jähriger Geiger aus China.

Völkerverständigung durch die Magie der Musik, das Potenzial, das in diesem Konzept steckt, hat Bürgermeister Jürgen Dixius sofort erkannt, als Rozin ihm vor zehn Jahren vorschlug, Saarburg zur Festivalstadt zu machen, denn: „Dieses Festival ist einzigartig, gerade wegen des interkulturellen Aspekts und der vielen unbekannten Musikperlen, die es zu hören gibt.“

Die Stadt unterstützt die junge Musikertruppe und ihre Professoren unter anderem, indem sie während der großen Ferien Schulräume für die Probenarbeit nutzen können. Beim Eröffnungskonzert jubeln die jungen Leute über die Leistungen, die sie von ihren Dozenten zu hören bekommen. Es hat Tradition, dass diese zuerst auftreten.

Besonders beeindruckend ist die Leistung von Clara Shin, die in Seoul, Südkorea, aufwuchs. Das Klavierstück von Manuel de Falla (1876-1946) klingt genauso, wie es heißt, „danza del terror“, und mutet dem Flügel so einiges zu.

Überhaupt die Asiaten. Wieder kommt fast die Hälfte der 50 Teilnehmer aus dem Fernen Osten. „Die klassische Musik ist ein rein europäisches Phänomen“, erklärt Festivalleiter Rozin. Die meisten wollen auch im Westen ihre musikalische Karriere starten. Dabei ist China der größte Pool enormer Begabungen. Wie viele der bislang rund 700 Teilnehmer aus dem Serenaden-Jahrzehnt, das schon geschafft haben, kann er allerdings nicht sagen.

Was diesmal fehlt, ist Gesang. „Da konnten wir niemand finden, der ein entsprechendes Niveau mitbringt“, erklärt Rozin, denn die Ansprüche für die Saarburger Serenaden sind enorm hoch. Rozin spricht Musikprofessoren an, die wiederum die Studenten aussuchen, die nach Saarburg kommen. Finanziert wird das entweder privat oder durch Stipendien.

Wer alle Konzerte besucht kann live miterleben, wie sich die jungen Leute weiterentwickeln, um das Sprungbrett Saarburger Serenaden zu nutzen.

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