"Saarburger Tuut" - nicht nur für "Tuutenschisser"

"Saarburger Tuut" - nicht nur für "Tuutenschisser"

Wer in Saarburgs Einzelhandelsgeschäften einkaufen geht, stößt seit kurzem auf eine neue Verpackung: Die erste "Echt Saarburger Tuut!" ist seit wenigen Tagen im Umlauf. Zum 1050. Geburtstag der Stadt, den sie in diesem Sommer mit unterschiedlichen Veranstaltungen feiert, bringt die Stadt diesen Hingucker heraus, der ironisch an die Zeiten erinnert, als es noch keine stillen Örtchen gab.

20 000 der knapp 30 Zentimeter hohen und 20 Zentimeter breiten weißen Papiertüten mit Sonderdruck hat die Stadt Saarburg produzieren lassen. Das nach einem Aquarell des Saarburger Kunstmalers Manfred Reschke reproduzierte Motiv der Burg in den Stadtfarben Rot-Weiß - produziert von Seilheimer Verpackungen - schmückt die Vorder- und Rückseite der neuen Papiertüte.
Die wichtigsten Daten der Stadtchronik von 964 bis 2014 sind auf den beiden Seiten der Tuut aufgedruckt. 1050 "Echt Saarburger Tuuten" hat die Stadt in einer ersten Runde an verschiedene Geschäfte verteilt, die diese ihrerseits an die Frau und den Mann bringen. Weitere Exemplare sind unter anderem an Seniorenheime, andere Einrichtungen und Institutionen sowie die Teilnehmer der historischen Stadtführungen und des Glockengusses am vorvergangenen Wochenende verteilt worden.
Mit der "Saarburger Tuut" wirft die Stadt im Jubiläumsjahr einen selbstironischen Blick auf sich und ihre Geschichte. So bezeichnen viele Beuriger augenzwinkernd auch heute noch die Saarburger als "Tuutenschisser". Der übersetzt wenig charmante Spitzname (einer, der seine Notdurft in der Tüte verrichtet) hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund. So ist überliefert, dass die Anwohner des Saarburger Stadens zu Zeiten, als es noch keine Kanalisation gab, ihr stilles Örtchen hinter den Häusern hatten und dieses bei Hochwasser nicht nutzen konnten und - im doppelten Sinne - aus der Not heraus ihr Geschäft in einer Tüte erledigten und diese in der Saar entsorgten. Dieses Problem hat sich inzwischen glücklicherweise erledigt - der Spitzname indes hält sich hartnäckig. red